Iran-Eskalation lässt Ölpreis explodieren – Dax unter Druck
Neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran erschüttern die Finanzmärkte: Ölpreis springt sieben Prozent, Aktienfutures geben nach.

Die erneute Eskalation im US-Iran-Konflikt hat am Montag die globalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Der Ölpreis schoss in die Höhe, Aktienfutures gaben nach, und der US-Dollar profitierte als sicherer Hafen. Anleger reagierten damit auf eine Reihe beunruhigender Entwicklungen vom Wochenende.
Besonders deutlich zeigte sich die Nervosität beim Rohöl: Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich im frühen asiatischen Handel um rund sieben Prozent auf 96,85 Dollar. Die Futures auf den S&P 500 verloren etwa 0,9 Prozent. Auch der deutsche Leitindex DAX steht unter Druck – nach einem starken Freitagsschluss bei 24.702,24 Punkten, einem Plus von 2,3 Prozent, deuten die Terminmärkte nun auf einen schwächeren Wochenstart hin.
Straße von Hormus und beschlagnahmtes Schiff sorgen für Unruhe
Auslöser der neuen Marktturbulenzen sind Berichte über eine erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie die Weigerung des Irans, neue Friedensgespräche mit den USA aufzunehmen. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag erklärt, das US-Militär habe ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt, das versucht habe, die amerikanische Blockade zu durchbrechen. Teheran reagierte darauf mit einer klaren Absage an weitere Verhandlungen – obwohl Trump mit neuen Angriffen gedroht hatte, sollte der Iran seine Bedingungen nicht akzeptieren.
Damit drehte sich die Stimmung an den Märkten innerhalb weniger Stunden komplett. Noch am Freitag hatte die Ankündigung des Irans, die seit sieben Wochen geschlossene Straße von Hormus wieder zu öffnen, für Erleichterung gesorgt: Die Ölpreise brachen ein, Aktienindizes legten kräftig zu, und an der Wall Street wurden sogar neue Rekordhochs markiert. Dieser Optimismus scheint nun wieder zu verpuffen. „Die Entwicklungen vom Wochenende könnten diesen Optimismus dämpfen", kommentierten Analysten von Westpac.
Trotz der angespannten Lage sieht Marktexperte Michael Brown von Pepperstone noch keine Panik unter den Anlegern. Er geht davon aus, dass ein Großteil der Freitagsgewinne wieder abgegeben wird – der Markt habe sich zu weit vorgewagt. Sollte jedoch endgültig feststehen, dass der Iran Gespräche verweigert, dürften Anleger deutlich risikoscheuer agieren.
Inflation, EZB und Hannover Messe im Blick
Neben dem geopolitischen Geschehen rücken am Montag weitere Themen in den Fokus der Anleger. Die möglichen Folgen des Nahost-Konflikts auf die Inflation – und damit auf die Zinspolitik – stehen beim Jahresempfang des Privatbankenverbands BdB in Berlin auf der Agenda. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird dort erwartet und dürfte sich zu den wirtschaftlichen Risiken äußern.
Gleichzeitig veröffentlicht Deutschland Daten zu den Erzeugerpreisen für März. Diese gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise und werden von Anlegern genau beobachtet. Im Bundeswirtschaftsministerium beraten unterdessen Vertreter von Flughäfen und Airlines über eine mögliche Kerosinknappheit als Folge der Spannungen im Nahen Osten. Und mit der Hannover Messe startet die weltweit größte Industriemesse – ein Ereignis, das traditionell Impulse für den Industriesektor liefert.
