Intel, Amazon, Reddit: Diese Aktien bewegen sich im Vorhandel stark
Der Vorhandel an der Wall Street bringt deutliche Ausschläge: Intel und Reddit brechen ein, Rivian, Chevron und AstraZeneca legen zu.

Der Vorhandel an der Wall Street hat am Donnerstag eine Reihe teils drastischer Kursbewegungen gebracht. Im Zentrum stehen der Chiphersteller Intel, der E-Commerce-Riese Amazon, die Social-Media-Plattform Reddit und mehrere kryptobezogene Werte — sie alle notieren deutlich im Minus. Auf der Gewinnerseite stehen der Elektrofahrzeughersteller Rivian, die Energiekonzerne Chevron und Exxon Mobil sowie das Biopharmazieunternehmen AstraZeneca.
Die Spannweite der Ausschläge ist außergewöhnlich. Sie reicht von einem Kursverlust von 23% bei Intel bis zu einem Zuwachs von mehr als 8% bei Rivian. Der vorbörsliche Handel zeigt damit einmal mehr, wie stark einzelne Quartalszahlen und Sondermeldungen die Kurse bereits vor der offiziellen Eröffnung bewegen können.
Auslöser der Bewegungen ist eine Mischung aus enttäuschenden und überraschend starken Geschäftszahlen. Besonders ausgeprägt sind die Verluste bei Technologie- und Kryptowerten, während klassische Energieaktien und die Pharmabranche zulegen. Für deutsche Anleger, die über US-Einzelaktien oder entsprechende Fonds engagiert sind, liefern diese Bewegungen einen frühen Hinweis auf den weiteren Handelstag.
Die Details
Am deutlichsten traf es den Chiphersteller Intel: Die Aktie brach im Vormarkt um 23% ein. Hintergrund ist eine schwächere als erwartete Guidance für das vierte Quartal. Das Unternehmen rechnet für das Schlussquartal mit einem Gewinn je Aktie von 25 US-Cent bei einem Umsatz zwischen 15 Milliarden und 16 Milliarden US-Dollar. Die von LSEG befragten Analysten hatten dagegen einen Gewinn je Aktie von 43 Cent und einen Umsatz von 17,1 Milliarden US-Dollar erwartet.
Gegenläufig entwickelte sich Rivian Automotive. Die Aktie des Elektrofahrzeugherstellers kletterte um mehr als 8%, nachdem das Unternehmen bessere Ergebnisse für das dritte Quartal gemeldet hatte. Rivian verbuchte einen bereinigten Verlust von 48 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 2,16 Milliarden US-Dollar. Von LSEG befragte Analysten hatten einen Verlust von 62 Cent je Aktie und einen Umsatz von 1,99 Milliarden US-Dollar erwartet. Zusätzlich erhöhte das Unternehmen seine Guidance für Lieferungen.
Der E-Commerce-Riese Amazon rutschte im Vormarkt um fast 6% ab. Das Unternehmen legte Ergebnisse für das dritte Quartal vor, die hinter den Analystenerwartungen zurückblieben. Zudem wies Amazon einen negativen Free Cash Flow von 42,4 Milliarden US-Dollar aus.
Bei Reddit brachen die Aktien um 21% ein. Das Unternehmen kündigte an, dass Nutzer offizielle Konten erstellen müssen, um auf seine Social-Media-Plattform zuzugreifen. Darüber hinaus gab Reddit eine schwächere als erwartete Umsatzguidance für das vierte Quartal heraus.
Auch kryptobezogene Aktien gerieten unter Druck. Die Aktien von Bitcoin, Coinbase und Robinhood verloren um mehr als 4%. Auslöser war einer der größten Krypto-Hacks aller Zeiten am Donnerstag: Binance meldete, dass schätzungsweise 6,3 Milliarden US-Dollar betroffen waren. Das Unternehmen schätzt außerdem, dass rund 3 Milliarden US-Dollar an Kryptowährungs-Assets eingefroren wurden.
Auf der Gewinnerseite stand Chevron. Die Aktie des Energieunternehmens stieg um 1,4%, nachdem Chevron meldete, dass sein Reingewinn im dritten Quartal um fast 200% auf 9,9 Milliarden US-Dollar gestiegen war. Auch der Umsatz des Konzerns für diesen Zeitraum fiel besser aus als erwartet.
Exxon Mobil legte ebenfalls zu. Die Aktien gewannen um mehr als 1,4%, nachdem sich die Gewinne des Ölkonzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,5 Milliarden auf 15,4 Milliarden US-Dollar verdoppelt hatten.
AstraZeneca kletterte um mehr als 5%. Das Biopharmazieunternehmen meldete für das dritte Quartal besser als erwartete Quartalsgewinne. Die Kerngewinne lagen bei 2,79 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 16,21 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten einen Gewinn von 2,60 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz von 16,05 Milliarden US-Dollar erwartet.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 19.10.2026 berichtete aktien.news über deutliche Vorhandelsbewegungen bei Cleveland-Cliffs, Intel, Datadog, Amazon und Blue Owl Capital. Damals reichten die Ausschläge von einem Plus von mehr als 10% bei Cleveland-Cliffs bis zu einem Zuwachs von rund 1% bei Amazon und Blue Owl Capital; Auslöser waren überraschend starke Quartalszahlen und geänderte Analystenurteile. Bei Intel, Datadog und Amazon sorgten Hochstufungen für Bewegung.
Am 31.07.2026 endete die Woche der Mega-Cap-Technologiegewinne mit einem klaren Gewinner und einem Verlierer: Amazon-Aktien legten vorbörslich um mehr als 10% zu, während Apple-Papiere über 7% im Minus notierten. Zuvor hatte Microsoft seine Marktkapitalisierung um fast 450 Milliarden Dollar gesteigert — ein Kursplus von 15% und der beste Tag seit 2008. Amazon überzeugte damals mit starken Zahlen und einem Umsatzwachstum der Cloud-Sparte AWS von 37%.
Am 30.04.2026 stiegen die US-Aktienfutures vorbörslich, während Anleger eine Reihe von Quartalsergebnissen großer Technologieunternehmen bewerteten und die Ölpreise von einem steilen Anstieg auf Vierjahreshöchststände zurückgingen. Bis 07:32 Uhr ET (11:32 Uhr GMT) legte der Dow-Jones-Futures-Kontrakt um 296 Punkte oder 0,6 Prozent zu, die S&P-500-Futures kletterten um 27 Punkte beziehungsweise 0,4 Prozent, und die Nasdaq-100-Futures gewannen 149 Punkte oder 0,5 Prozent. Alphabet und Amazon gehörten zu den vorbörslich gefragten Werten.
Am 23.07.2026 starteten die US-Aktienmärkte schwächer in den Donnerstag. Sorgen über explodierende Ausgaben für Künstliche Intelligenz setzten insbesondere die großen Technologiewerte unter Druck. Die Futures auf den Nasdaq verloren 0,7 Prozent, der S&P 500 gab um 0,5 Prozent nach, und der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,5 Prozent. Die wichtigsten Indizes hatten bereits am Vortag schwächer geschlossen — im Vorfeld der Quartalsergebnisse von Tesla und Alphabet, die die Märkte auf unterschiedliche Weise enttäuschten.
Was das für Anleger bedeutet
Die aktuellen Bewegungen zeigen, wie unterschiedlich der Markt auf Quartalszahlen reagiert. Während Intel, Amazon und Reddit mit ihren Ausblicken oder Ergebnissen enttäuschten, überzeugten Rivian, Chevron, Exxon Mobil und AstraZeneca mit besser als erwarteten Zahlen. Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Das Risiko in Einzelaktien bleibt hoch, und vorbörsliche Ausschläge können sich im regulären Handel noch verstärken oder abschwächen.
Besonders relevant ist die Krypto-Seite. Der von Binance gemeldete Hack mit geschätzt 6,3 Milliarden US-Dollar betroffenen Vermögenswerten und rund 3 Milliarden US-Dollar eingefrorenen Krypto-Assets belastet nicht nur Bitcoin selbst, sondern auch börsennotierte Plattformen wie Coinbase und Robinhood. Wer über solche Titel engagiert ist, sollte die weitere Entwicklung der Sicherheitslage und der Kurse aufmerksam verfolgen.
Auffällig ist zudem, dass die Energiebranche an diesem Tag zu den Gewinnern zählt. Chevron und Exxon Mobil profitierten von deutlich gestiegenen Gewinnen im dritten Quartal. Diese Entwicklung steht im Kontrast zur Schwäche der Technologiewerte.
Ausblick
Für das vierte Quartal haben mehrere Unternehmen bereits konkrete Erwartungen formuliert. Intel rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 25 US-Cent bei einem Umsatz zwischen 15 Milliarden und 16 Milliarden US-Dollar. Reddit gab eine schwächere als erwartete Umsatzguidance für das vierte Quartal heraus. Rivian erhöhte dagegen seine Guidance für Lieferungen. Wie sich diese Vorgaben in den kommenden Handelswochen in den Kursen niederschlagen, bleibt abzuwarten.
Kurz erklärt
- Vorhandel: Der Handel mit Aktien vor der offiziellen Eröffnung der Börse, der frühe Reaktionen auf Neuigkeiten ermöglicht.
- Guidance: Die offizielle Prognose eines Unternehmens zu erwarteten Umsätzen und Gewinnen für einen künftigen Zeitraum.
- Free Cash Flow: Der frei verfügbare Zahlungsmittelüberschuss eines Unternehmens nach Abzug aller Investitionen.
- Bereinigter Verlust: Ein Verlustwert, der um Sondereffekte bereinigt wird, um die operative Entwicklung besser abzubilden.
