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Inflation in der Eurozone steigt erneut leicht an

Deutliche Preiserhöhungen bei Dienstleistungen und Energie treiben die Teuerungsrate im Juli

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Inflation in der Eurozone steigt erneut leicht an

Die Inflation in der Eurozone ist im Juli leicht angestiegen und erreichte eine Rate von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies markiert einen Anstieg gegenüber dem Vormonat Juni, als die Inflationsrate bei 2,5 Prozent lag. Die Daten wurden am Dienstag vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlicht, welches damit eine frühere Schätzung bestätigte.

Ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Verbraucherpreise war der Preisanstieg im Dienstleistungssektor. Hier verzeichnete Eurostat im Jahresvergleich einen Anstieg von 4,0 Prozent. Neben den Dienstleistungen trugen auch die Energiepreise, die im Juli stärker stiegen als in den vorangegangenen Monaten, maßgeblich zur erhöhten Inflationsrate bei.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich angesichts dieser Entwicklung weiter von ihrem Ziel einer Inflationsrate von 2,0 Prozent entfernt. Allerdings gibt es innerhalb der Eurozone erhebliche Unterschiede bei den nationalen Inflationsraten. Während in Ländern wie Finnland (0,5 Prozent), Lettland (0,8 Prozent), Irland (1,5 Prozent) und Italien (1,6 Prozent) die Teuerungsraten deutlich unter dem Durchschnitt der Eurozone liegen, verzeichneten Estland und die Niederlande im Juli Jahresraten von jeweils 3,5 Prozent. In Belgien war der Preisauftrieb mit 5,4 Prozent besonders stark.

Ein weiterer wichtiger Indikator, die sogenannte Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Energie-, Nahrungs- und Genussmittel ausklammert, blieb im Juli stabil bei 2,9 Prozent. Diese Kernteuerung wird von vielen Ökonomen als aussagekräftiger für den langfristigen Inflationstrend angesehen als die Gesamtrate.

Die EZB hatte im Juni erstmals seit 2019 die Zinsen gesenkt und könnte möglicherweise im September eine weitere Anpassung vornehmen. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos betonte, dass die Zentralbank mehr Zuversicht gewinnen möchte, dass die Inflation bis Ende 2025 das Ziel der Preisstabilität erreicht. Die EZB definiert Preisstabilität bei einer Inflationsrate von zwei Prozent.

Die geldpolitische Ausrichtung der EZB könnte sich auf Basis der im September aktualisierten Wirtschaftsprognosen ihrer Fachleute weiter konkretisieren. Derzeit hält die EZB den für den Finanzmarkt wichtigen Einlagensatz bei 3,75 Prozent. Diese Entscheidungen werden maßgeblich davon abhängen, ob die Inflationserwartungen in der Eurozone im Einklang mit den langfristigen Zielen der Zentralbank stehen.

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