Indonesien führt Free-Float-Regeln schrittweise über drei Jahre ein
Die indonesische Finanzaufsicht OJK genehmigt gestaffelte Umsetzungsfristen für neue Streubesitz-Vorschriften an der Börse Jakarta.

Indonesiens Finanzaufsichtsbehörde OJK hat eine dreijährige Übergangsregelung für neue Streubesitz-Anforderungen (Free-Float) an der Börse Jakarta genehmigt. Börsennotierte Unternehmen erhalten je nach Ausgangslage unterschiedliche Fristen von ein, zwei oder drei Jahren zur Erfüllung der neuen Mindestanforderungen. Die rechtsverbindliche Durchführungsverordnung soll laut OJK-Kapitalmarktchef Fawzi noch bis Ende März veröffentlicht werden.
Kernstück der Reform ist eine Mindestanforderung von 15 Prozent Streubesitz für börsennotierte Unternehmen. Diese Regelung ist Teil eines umfassenderen Pakets an Kapitalmarktreformen, das Indonesien als Reaktion auf Kritik des Indexanbieters MSCI angestoßen hat. MSCI hatte Bedenken hinsichtlich der Markttransparenz in der größten Volkswirtschaft Südostasiens geäußert – mit gravierenden Folgen.
Warnung von MSCI vernichtete 120 Milliarden Dollar Börsenwert
Die MSCI-Warnung hatte einen massiven Kurseinbruch an der indonesischen Börse ausgelöst, der Börsenwerte in Höhe von rund 120 Milliarden US-Dollar vernichtete. Das Ausmaß des Schadens verdeutlicht, wie stark Schwellenländer-Indizes das Investorenverhalten beeinflussen. Eine mögliche Herabstufung oder Auslistung aus wichtigen MSCI-Indizes zieht in der Regel erhebliche Kapitalabflüsse nach sich.
"Wir werden dies schrittweise umsetzen, um die Bereitschaft der Emittenten und die Aufnahmefähigkeit des Marktes im Zeitverlauf zu bewerten", erklärte Fawzi nach seiner Vereidigung als neuer Leiter der indonesischen Kapitalmarktaufsicht. Die OJK will gemeinsam mit der Börse sicherstellen, dass ausreichend Nachfrage für die neu in den Streubesitz übergehenden Aktien vorhanden ist.
OJK setzt auf breites Käufernetzwerk
Um die Marktaufnahme der zusätzlichen Streubesitz-Aktien zu gewährleisten, arbeitet die OJK aktiv mit verschiedenen Investorengruppen zusammen. Dazu zählen inländische Investmentmanager ebenso wie internationale Investorengemeinschaften. Diese koordinierte Vorgehensweise soll verhindern, dass ein plötzliches Überangebot an Aktien die Kurse unter Druck setzt.
Für deutsche Anleger mit Engagement in Schwellenländerfonds oder MSCI-Emerging-Markets-Produkten ist die Entwicklung in Indonesien von Bedeutung. Das Land ist mit einer Wirtschaftsleistung von rund 1,4 Billionen US-Dollar die größte Volkswirtschaft Südostasiens und ein bedeutender Bestandteil vieler globaler Indexfonds. Die schrittweise Reform könnte mittelfristig das Vertrauen internationaler Investoren in den indonesischen Kapitalmarkt stärken.
