ANZEIGE

Hongkong-Aktien als attraktiv bewertet: OCBC sieht Chancen und Risiken

OCBC-Analysten sehen den Hang Seng Index günstig bewertet, warnen aber vor Gegenwind durch Konsumschwäche und Zinsrisiken.

•• 2 Min
Hongkong-Aktien als attraktiv bewertet: OCBC sieht Chancen und Risiken

Die Bewertungen der Hongkonger Aktien erscheinen einer Studie von OCBC Group Research zufolge attraktiv. Analysten der Bank schätzen, dass der Leitindex der Stadt, der Hang Seng Index, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,2 für die nächsten zwölf Monate gehandelt wird. Die Dividendenrendite beziffern sie auf 3,5 Prozent.

Zum Vergleich: Der chinesische CSI-300-Index weist nach Einschätzung der Analysten ein KGV von 12,4 und eine Dividendenrendite von 3,0 Prozent auf. Damit ist der Hongkonger Markt niedriger bewertet als das Festlandbarometer. Das KGV setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und gilt als klassischer Indikator dafür, wie teuer ein Markt ist – ein niedrigeres KGV deutet auf ein günstigeres Bewertungsniveau hin. Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Ausschüttung Anleger im Verhältnis zum Kurs erhalten.

Externe Risiken haben abgenommen

Die externen Risiken für den Markt haben im September nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi sowie der Verlängerung des Handelsstillstands zwischen den USA und China abgenommen, stellen die Analysten fest. Ein lebendiger Hongkonger Börsengang-Markt (IPO) und stetige Zuflüsse aus Festlandchina stützen die Kurse zusätzlich. Beide Faktoren sorgen für Nachfrage und Liquidität am Handelsplatz.

Dennoch warnt OCBC vor möglichen Gegenwinden. Dazu zählen eine schwache chinesische Konsumnachfrage, steigende Zinsen in Hongkong und eine ausgeprägte Volatilität bei Technologieaktien. Diese Faktoren könnten die derzeit günstige Bewertungslage belasten und die Kursentwicklung bremsen. Für deutsche Anleger, die über Hongkong-Engagements am chinesischen Wachstum teilhaben wollen, ist die Abwägung zwischen niedriger Bewertung und diesen Risiken entscheidend.

Europäische Halbleiterwerte uneinheitlich

Getrennt vom Hongkonger Markt entwickeln sich die Aktien europäischer Halbleiterunternehmen gemischt – trotz besserer als erwarteter Ergebnisse von Micron. Der Kurs des US-Chipherstellers ist im Vorhandel um 0,1 Prozent gestiegen. Chief Executive Sanjay Mehrotra erklärte, der Mangel an Speicherschips, die für künstliche Intelligenz entscheidend sind, werde auch in den kommenden Jahren anhalten.

In Europa notieren die Aktien des niederländischen Halbleiter-Ausrüsters ASML Holding und des kleineren Konkurrenten ASM International jeweils um 0,3 Prozent beziehungsweise 0,4 Prozent niedriger. BE Semiconductor Industries, der niederländische Lieferant von Halbleitermontageanlagen, liegt um 0,6 Prozent im Minus. Die Aktie des deutschen Chip-Herstellers Infineon Technologies gewinnt dagegen um 0,5 Prozent. Die Aktien von STMicroelectronics fallen um 0,3 Prozent.

In den USA legten die Futures-Kontrakte auf den E-mini Nasdaq 100 leicht um 0,4 Prozent zu, was auf einen positiven Start für Tech-Aktien hindeutet. Der Ausblick von Micron auf eine anhaltende Speicherchip-Knappheit stützt damit die Stimmung im Technologiesektor, auch wenn sich diese in Europa noch nicht flächendeckend in steigenden Kursen niederschlägt.

Für Anleger bleibt festzuhalten: Während die Bewertung des Hongkonger Marktes laut OCBC attraktiv erscheint, hängt die weitere Entwicklung von der chinesischen Konsumnachfrage, der Zinsentwicklung in Hongkong und der Stabilität der Technologiewerte ab. Bei den Halbleitern ist die Lage uneinheitlich – einzelne Werte wie Infineon profitieren, während die Mehrheit der europäischen Titel leicht nachgibt.

Hongkong AktienHang Seng IndexOcbc StudieKgv BewertungDividendenrenditeHalbleiteraktienMicronCsi-300 Index

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  4. BASF im Umbruch: Evonik-Übernahme und EU-Batterie-Regeln
  5. Iran erhält offizielle US-Antwort auf Friedensvorschlag

Disclaimer