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Codelcos Restrukturierungsplan in Chile könnte bis Ende 2026 dauern

Der chilenische Staatskonzern verschiebt seinen Turnaround-Plan und prüft Stellenabbau von bis zu 20 Prozent.

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Codelcos Restrukturierungsplan in Chile könnte bis Ende 2026 dauern

Der Umstrukturierungsplan des chilenischen Staatskonzerns Codelco wird möglicherweise erst Ende 2026 fertiggestellt sein. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch gegenüber Reuters mit. Dies deutet auf eine deutliche Verzögerung der lang erwarteten Strategie hin, die jahrelange stagnierende Produktionszahlen und steigende Kosten adressieren soll.

Ursprünglich war der Turnaround-Plan für Oktober erwartet worden. Vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen gaben an, dass eine Personalreduzierung zwischen fünf und 20 Prozent erfolgen könnte. Codelco selbst erklärte hingegen, es sei zu früh, um über Spekulationen zu sprechen.

„Codelco arbeitet derzeit einen Diagnoseprozess durch, um seine strategische Ausrichtung zu bestimmen und einen Erholungsplan zu entwickeln. Dieser läuft bereits und sollte bis Ende 2026 abgeschlossen sein“, teilte das Unternehmen mit. Der neue CEO Jorge Gomez trat sein Amt im Juli an. Das Unternehmen betonte, dass solche Überprüfungen bei einem Führungswechsel relativ üblich seien.

Hintergrund und wirtschaftliche Bedeutung

Jede Umstrukturierung bei Chiles größtem Unternehmen würde weit über Codelco hinauswirken. Der Bergbau spielt eine überragende Rolle in der chilenischen Wirtschaft. Ein Stellenabbau stünde zudem im Widerspruch zum Versprechen von Präsident Jose Antonio Kast, die Arbeitslosigkeit auf rund sechs Prozent zu senken und bis 2030 mindestens 300.000 Arbeitsplätze wiederherzustellen.

In Chile gibt es seit Langem Debatten darüber, ob die Belegschaft des Staatsbergbauunternehmens im Vergleich zu privaten Wettbewerbern aufgebläht ist. Die vier Quellen – darunter drei Codelco-Mitarbeiter und eine Person, die der Unternehmensführung sowie der Regierung nahesteht – sagten aus, dass die neue Führungsebene die Größe der nahezu 77.000 Beschäftigten neu bewertet, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Einige Arbeitsplatzverluste könnten sich ergeben, wenn Codelco weniger profitable Geschäftsbereiche verkauft oder stilllegt oder Projekte zur Entlastung der Kosten verzögert, so die Quellen. Besonders stark dürften die Auswirkungen auf Vertragsarbeiter sein, die acht von zehn Arbeitsplätzen bei Codelco ausmachen.

Neue Führung mit Erfahrung

Bevor Gomez zu Codelco kam, half er bei der Stabilisierung der Produktion bei Collahuasi, einer der größten Kupferminen der Welt, die gemeinsam von Anglo American und Glencore betrieben wird. Quellen zufolge strebt Gomez an, eine ähnliche Turnaround-Strategie bei Codelco anzuwenden, beginnend mit einem realistischeren Produktionsausblick.

Frühere Pläne sahen vor, dass die Förderung bis Ende des Jahrzehnts 1,7 Millionen Tonnen erreichen würde. Der Aufsichtsratsvorsitzende Bernardo Fontaine sagte jedoch im August, die Förderung werde in den kommenden Jahren wahrscheinlich bei rund 1,3 Millionen Tonnen bleiben. Er hatte zuvor bereits erklärt, der Erholungsplan werde schwierige Entscheidungen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit beinhalten.

Im Juni hatte Fontaine gesagt, der Umstrukturierungsplan werde in drei bis vier Monaten vorgestellt. In einem späteren Radiointerview gab er an, dieser werde im Oktober oder November folgen – was nun nicht mehr haltbar scheint.

Gewerkschaften und Experten warnen

Die Gewerkschaften des Unternehmens, die unter dem Dach der Kupferarbeitergewerkschaft (FTC) organisiert sind, erklärten, sie seien nicht offiziell über Pläne zur Reduzierung der Personalzahl informiert worden. Sie vertreten die Ansicht, dass die Personalbestände bereits eng an die operativen Bedürfnisse angepasst seien.

„Dies ist eine Diskussion, die offen bleibt, aber die Personalbestände müssen rational und nicht per Dekret angepasst werden“, sagte FTC-Präsident Hector Roco gegenüber Reuters.

Juan Ignacio Guzman, Leiter von GEM Mining Consulting, sagte, die Personalbestände in den operativen Abteilungen von Codelco müssten trotz niedrigerer Produktionsziele wahrscheinlich aufrechterhalten werden – angesichts der Komplexität der Bergbaubetriebe des Unternehmens.

Politische Brisanz

Signifikante Entlassungen bei Codelco könnten die bestehenden Spannungen über steigende Arbeitslosigkeit weiter verschärfen. Die Arbeitslosenquote in Chile erreichte im Juli 9,5 Prozent, inmitten eines wirtschaftlichen Abschwungs. Das Land ist stark von Kupferexporten und anderen Rohstoffindustrien abhängig.

Dies war der höchste Anteil arbeitsloser Chilenen seit den schlimmsten Phasen der Covid-19-Pandemie im Jahr 2021. Die Entwicklung belastet die Zustimmungswerte von Präsident Kast, der sechs Monate im Amt ist. Kast hat eingeräumt, dass die Arbeitslosigkeit eine „große Schwäche“ seiner Regierung darstellt und dies zu öffentlicher Frustration geführt hat.

Das chilenische Bergbau- und Finanzministerium reagierte nicht umgehend auf Anfragen zur Kommentierung.

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