HELOC auf Immobilie: Liquidität trotz Zinswende der Fed sichern
Ein Immobilienbesitzer fragt, ob ein HELOC über 50.000 Dollar bei steigenden Zinsen sinnvoll ist.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch eine Zinserhöhung um einen viertel Prozentpunkt beschlossen. Der Leitzins liegt nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Für Immobilienbesitzer stellt sich damit die Frage, ob die Aufnahme eines Home-Equity-Line-of-Credit (HELOC) derzeit noch sinnvoll ist.
Ein konkreter Fall zeigt die typischen Überlegungen: Ein Eigentümer besitzt eine zweite Immobilie, die vollständig abbezahlt ist und vermietet wird. Er überlegt, einen HELOC über 50.000 US-Dollar aufzunehmen. Das Ziel: Die Liquiditätsreserven stärken und offene Rechnungen begleichen.
Die besondere Situation des Kreditnehmers
Da die Immobilie schuldenfrei ist, stellt sich die Frage, ob ein HELOC ohne bestehende Hypothek überhaupt möglich ist. Grundsätzlich prüfen Banken bei der Kreditvergabe die Gesamtsituation des Antragstellers. Dazu zählen die Bonität, das Einkommen und die Werthaltigkeit der Immobilie. Die Mieteinnahmen aus der zweiten Immobilie können dabei als zusätzliche Einkommensquelle angerechnet werden.
Ein HELOC funktioniert wie eine Kreditlinie, die gegen den Wert der Immobilie gesichert ist. Da die Immobilie vollständig abbezahlt ist, besteht ein hohes Eigenkapitalpolster. Dies könnte die Chancen auf eine Genehmigung verbessern, selbst wenn kein primärer Hypothekenkredit mehr läuft.
Zinsumfeld und Timing
Die jüngste Zinserhöhung der Fed macht die Aufnahme eines HELOC teurer. Da HELOCs in der Regel variable Zinssätze haben, steigen die Kosten mit jedem Zinsschritt der Notenbank. Der Leitzins liegt nun auf dem höchsten Niveau seit Jahren.
Für den Immobilienbesitzer bedeutet dies: Die monatlichen Kosten für den Kredit werden voraussichtlich weiter steigen, falls die Fed ihren Straffungskurs fortsetzt. Andererseits bietet ein HELOC Flexibilität, da nur der tatsächlich genutzte Betrag verzinst wird.
Die Entscheidung hängt stark von der individuellen finanziellen Situation ab. Wer Liquidität benötigt und die steigenden Zinsen stemmen kann, findet in einem HELOC ein geeignetes Instrument. Die Mieteinnahmen können helfen, die Kreditkosten zu decken.
Fazit für deutsche Anleger
Der Fall zeigt Parallelen zum deutschen Markt. Auch hierzulande nutzen Immobilienbesitzer Beleihungen oder Grundschulden, um Kapital freizusetzen. Die aktuelle Zinswende der EZB macht solche Konstrukte ebenfalls teurer. Wer über eine Immobilie mit hohem Eigenkapitalanteil verfügt, hat jedoch weiterhin gute Voraussetzungen für eine Finanzierung.
