Hedgefonds kaufen asiatische Aktien auf Rekordhoch – Goldman Sachs
Globale Hedgefonds setzen massiv auf Asien, während US-Technologiewerte unter Druck bleiben.

Globale Hedgefonds haben in der Woche bis zum 13. Februar eine Rekordmenge an asiatischen Aktien gekauft. Dies geht aus einer Kundenmitteilung von Goldman Sachs hervor, die Reuters vorliegt. Die Käufe konzentrierten sich sowohl auf Industrie- als auch auf Schwellenländer in der Region.
Die Goldman-Daten zeigen, dass die Trades überwiegend auf steigende Aktienkurse setzten, insbesondere in den asiatischen Schwellenländern. Das Engagement in asiatischen Aktien erreichte den höchsten Stand seit mindestens 2016. Der Timing der Käufe überrascht, denn die Weltindizes fielen am Freitag kräftig, da Anleger ihre Verkäufe von Technologiewerten angesichts der Sorgen über massive KI-Investitionen intensivierten.
Dennoch verzeichneten mehrere Aktienmärkte in Asien im Wochenverlauf positive Renditen. Der japanische Nikkei und die taiwanesischen Aktienindizes legten beide um rund 5 Prozent zu. Besonders beeindruckend: Der koreanische Kospi gewann in der vergangenen Handelswoche über 8 Prozent.
Korea, Taiwan und China im Fokus
Hedgefonds konzentrierten ihre bullischen Trades auf Korea, Taiwan und China. Goldman Sachs lieferte keine Erklärung für diese regionale Präferenz. In Indien gab es hingegen "moderate Verkäufe", so die Bank in der am Freitag an Kunden versandten Mitteilung.
Die Käufe verteilten sich über die meisten Sektoren, darunter Immobilien, Technologieunternehmen, Industrie- und Nicht-Basiskonsumgüter. Eine Ausnahme bildete der Finanzsektor, in dem Hedgefonds nicht aktiv wurden.
US-Markt zeigt gemischtes Bild
Auf der anderen Seite des Pazifiks präsentiert sich die Lage differenzierter. Nach vier aufeinanderfolgenden Wochen mit Nettoverkäufen bei US-Aktien gab es wieder etwas mehr Käufer als Verkäufer, so eine separate Goldman Sachs-Mitteilung. Technologieaktien verzeichneten die größten Nettokäufe seit Dezember 2021, weisen aber laut Goldman immer noch mehr Verkäufer als Käufer auf.
US-Aktien aus dem Bereich Nicht-Basiskonsumgüter – Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die Menschen zwar wünschen, aber nicht unbedingt benötigen – wurden am stärksten netto verkauft. Hedgefonds vollzogen zudem ihren größten Rückzug aus diesem Sektor seit mehr als fünf Jahren.
Der Brutto-Verschuldungsgrad (Gross Leverage), ein Indikator dafür, wie viel Risiko Hedgefonds eingehen, stieg laut Goldman auf ein Fünfjahreshoch von 307 Prozent gegenüber 301,2 Prozent in der Vorwoche. Dies signalisiert eine deutlich gestiegene Risikobereitschaft der großen Marktteilnehmer.
