Hashi Mainnet startet mit 500 Millionen Dollar Kapitalunterstützung
Sui bringt natives Bitcoin-Finance-Infrastruktur an den Start, Anchorage Digital stößt zur Launch-Koalition.

Die native Bitcoin-Finance-Infrastruktur von Sui geht in einer gestaffelten Einführung an den Start, die in diesem Monat beginnt. Wie Sui am 8. Oktober 2026 auf der Sui Basecamp mitteilte, wird das Hashi Mainnet noch in diesem Monat live gehen. Getragen wird der Start von Kapitalzusagen in Höhe von mehr als 500 Millionen US-Dollar aus der sogenannten Startkoalition, zu der mehr als 20 der größten Akteure der Krypto-Branche gehören.
Sui beschreibt sich selbst als hochperformante Blockchain, die darauf ausgelegt ist, Geld so frei fließen zu lassen wie Nachrichten. Mit Hashi will das Projekt eine Brücke zwischen dem Bitcoin-Netzwerk und programmierbaren Finanzmärkten schlagen. Als neuester Launch-Partner am ersten Tag kommt Anchorage Digital hinzu – die Heimat der ersten bundesstaatlich lizenzierten Krypto-Bank Amerikas. Anchorage Digital soll seinen institutionellen Kunden einen nahtlosen Zugang zu Hashi eröffnen und zusätzliche Stablecoin-Liquidität in das Netzwerk einbringen.
Die Details
Hashi startet im Mainnet mit mehr als 500 Millionen US-Dollar an zugesagtem Kapital. Nach Angaben von Sui verschafft dies den Bitcoin-gesicherten Märkten auf Sui einen Vorsprung. Zum Start werden Kreditvergabe, Kreditaufnahme, Kreditlinien, Vaults, strukturierte Produkte und weitere Anwendungen ihre Arbeit aufnehmen. Bereits jetzt ist erhebliches Kapital in Vaults verschiedener Hashi-Vault-Anbieter gebunden – darunter Aftermath, Concrete, Fluid und weitere.
Das Grundproblem, das Hashi adressiert, ist erheblich: Mehr als eine Billion US-Dollar an Bitcoin liegen laut Sui weitgehend brach. Öffentlich gehandelte Unternehmen mit Bitcoin in ihren Bilanzen hätten bislang keine Möglichkeit gehabt, natives BTC in programmierbaren Finanzmärkten einzusetzen – und zwar unter Verwendung der Transparenz, Compliance, Kontrollen und Sicherheit, die sie benötigen. Das Hashi Mainnet soll dies ändern. Der Bitcoin verbleibt dabei im Bitcoin-Netzwerk, während Hashi dessen Nutzung als Sicherheiten über Sui-Smart-Contracts koordiniert.
Anchorage Digital öffnet Hashi seinen Kunden über zwei unterschiedliche Wege. Zum einen über Tri-party-Kollateral-Lösungen: Institutionen, die unter strengen Anforderungen an qualifizierte Verwahrung, Compliance und operative Standards operieren, erhalten über Atlas Zugang zu Hashi – Anchorage Digitals Abrechnungs- und Tri-party-Kollateral-Infrastruktur. Dazu gehören öffentlich gehandelte Unternehmen, die Bitcoin in ihren Bilanzen halten, sowie digitale Asset-Treasury-Unternehmen, die möglicherweise keinen direkten Zugang zu DeFi haben. Für diese Unternehmen kann produktives Bitcoin die Bilanzwirtschaft verändern: BTC kann als Sicherheiten für Liquidität und Finanzierung dienen, ohne zunächst verkauft zu werden, wodurch neue Wege zur Verwaltung der Kapitalkosten entstehen.
Der zweite Weg führt über den Self-Service: Das institutionelle Self-Custody-Wallet von Anchorage Digital, Porto, ermöglicht Institutionen den direkten Zugriff auf Hashi über Self-Custody. Damit können sie eine breitere Palette von Strategien in den Bereichen Kreditvergabe, diversifizierte Renditen und Exposure zu Real-World Assets verfolgen. Diese richten sich laut Sui an krypto-native VCs, Hedgefonds, Miner, Market Maker und LPs, die Geschwindigkeit und Kapitaleffizienz erfordern. Anchorage Digital plant zudem, Stablecoin-Liquidität für Hashi bereitzustellen.
Hashi verwandelt natives Bitcoin in programmierbare Sicherheiten für eine wachsende Reihe finanzieller Anwendungen. Halter können Stablecoins leihen, ohne ihr BTC zu verkaufen, Kapital in Onchain-Kreditmärkte speisen, Bitcoin in automatisierte Vault-Strategien einsetzen und Zugang zu strukturierten Produkten, Real-World Assets und Bitcoin-gesicherten Anleihen erhalten. Für Institutionen verwandelt Hashi langfristige BTC-Haltungen in produktives Arbeitskapital. Diese Chance hat eine der breitesten Koalitionen in der Bitcoin-Finanzwelt angezogen: BitGo, Bullish, Cumberland, FalconX, Ledger und mehr als 20 Partner insgesamt haben sich seit der ersten Vorstellung um Hashi versammelt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass Puffer Finance eine Partnerschaft mit Anchorage Digital bekanntgegeben hat. Im Zentrum stand damals Puffer UniFi, das an Ethereum ausgerichtete Netzwerk für Ausführung und Abwicklung, für das Anchorage Digital die Rolle des institutionellen Custodians ab dem Launch übernahm. Anchorage Digital ist demnach die Heimat der ersten in den USA bundesstaatlich regulierten Krypto-Bank – dieselbe Einordnung, die nun auch im Zusammenhang mit Hashi genannt wird.
Am 25.03.2026 meldete aktien.news den Mainnet-Start von Edel, einer auf Blockchain-basierte Kapitalmarktinfrastruktur spezialisierten Finanztechnologie-Plattform aus Singapur. Edel führte einen On-Chain-Kreditmarkt für tokenisierte Aktien ein und wollte damit ein Marktsegment öffnen, das bislang großen Institutionen vorbehalten war. Der Bericht ordnete die Wertpapierleihe als seit Jahrzehnten profitablen, aber undurchsichtigen Bereich der globalen Finanzmärkte ein.
Am 04.03.2026 berichtete aktien.news über Threshold Network, das eine umfassende Unified Bitcoin App vorstellte. Nutzer sollten Bitcoin über mehrere Blockchains hinweg über eine einzige Schnittstelle bewegen können, mit Minting, Redeeming, Bridging, Tracking und nativen BTC-Swaps in einer koordinierten Oberfläche. Zuvor mussten Nutzer für Bitcoin in DeFi-Anwendungen mehrere separate Tools verwenden, was Reibungsverluste und höhere Ausführungsrisiken verursachte.
Am 17.09.2026 schließlich berichtete aktien.news, dass das Confidentiality-Protokoll Zama seinen vertraulichen Zugang zu Onchain-Zinsrenditen massiv erweitert. Nach dem Launch im Juni 2026 gemeinsam mit Morpho und Steakhouse öffnete Zama 16 kuratierte Vaults über fünf Kuratoren und fünf Asset-Klassen hinweg und startete parallel das Zama Swap Protocol.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Hashi-Start vor allem ein Signal für die wachsende Verzahnung von Bitcoin und institutioneller Finanzinfrastruktur. Im Mittelpunkt steht nicht der Bitcoin-Preis, sondern die Frage, wie bislang ungenutzte BTC-Bestände als Sicherheiten in Kredit- und Finanzierungsstrukturen eingesetzt werden können. Die Beteiligung von Anchorage Digital, das als bundesstaatlich regulierte Krypto-Bank positioniert ist, sowie von Namen wie BitGo, Bullish, Cumberland, FalconX und Ledger unterstreicht den institutionellen Anspruch des Projekts.
Bemerkenswert ist die Struktur: Der Bitcoin verbleibt im Bitcoin-Netzwerk, während Hashi die Nutzung als Sicherheiten über Sui-Smart-Contracts koordiniert. Für Anleger, die sich mit Bitcoin-gesicherten Produkten, Onchain-Kreditmärkten oder Vault-Strategien beschäftigen, entsteht damit ein weiteres Marktsegment, das jedoch – wie alle DeFi-Anwendungen – eigene Risiken mit sich bringt. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der Zeitplan ist konkret: Ende dieses Monats endet die Generalprobe, und Bitcoin wird zu produktiven Sicherheiten auf Sui. Hashi hat den Weg vom Konzept über Devnet und Testnet zu mehr als 20 Launch-Partnern und nunmehr mehr als 500 Millionen US-Dollar an zugesagtem Kapital zurückgelegt. Nutzer können weitere Informationen unter https://www.sui.io/hashi abrufen. Institutionen, die BTC oder Stablecoins einsetzen möchten, können sich per E-Mail an hashi@sui.io wenden.
Sui selbst beschreibt sich als Blockchain der nächsten Generation, Layer 1, die für agentic Finance und skalierbare globale Zahlungen entwickelt wurde. Gegründet wurde sie vom Kernteam hinter der Stablecoin-Initiative von Meta und wird von einem objektorientierten Modell angetrieben, das Vermögenswerte, Berechtigungen und Benutzerdaten programmierbar und eigenständig macht.
Kurz erklärt
- Mainnet: Das produktive Hauptnetzwerk einer Blockchain, in dem echte Transaktionen und Werte abgewickelt werden.
- Custody: Die Verwahrung von Krypto-Vermögenswerten durch einen spezialisierten Dienstleister.
- Stablecoin: Eine Kryptowährung, deren Wert an eine stabile Referenz wie eine Fiat-Währung gekoppelt ist.
- Vault: Eine automatisierte Strategie- oder Verwahrstruktur, in der Vermögenswerte gebündelt angelegt werden.
