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Samsung erwartet Rekordgewinn: KI-Chipboom treibt Gewinn fast auf das Neunfache

Der südkoreanische Konzern meldet für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won – der vierte Rekord in Folge.

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Samsung erwartet Rekordgewinn: KI-Chipboom treibt Gewinn fast auf das Neunfache

Samsung hat für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won in Aussicht gestellt. Das ist fast das Neunfache des Vorjahreswerts von 12,17 Billionen Won. Für den weltgrößten Speicherchip-Hersteller nach Umsatz ist es bereits der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge. Beim Umsatz rechnet der Konzern mit 195 Billionen Won.

Damit übertrifft Samsung die Erwartungen der Analysten beim Gewinn, bleibt beim Umsatz aber leicht darunter. Die von LSEG erhobenen Schätzungen lagen bei einem operativen Gewinn von 106,1 Billionen Won und einem Umsatz von 199,6 Billionen Won. Die detaillierten Geschäftszahlen will Samsung am 29. Oktober vorlegen.

Rechenzentren treiben die Nachfrage

Hinter dem Gewinnsprung steht ein weltweiter Bauboom bei Rechenzentren. Die Branche kann den Bedarf an Speicherchips derzeit nicht decken. Die Nachfrage beschränkt sich dabei längst nicht mehr nur auf HBM, also die besonders leistungsfähigen Speicher für KI-Beschleuniger. Auch bei den klassischen DRAM- und NAND-Bausteinen zieht die Nachfrage deutlich an.

Eine Entspannung der Angebotslage ist nach Einschätzung aus der Branche frühestens 2027 zu erwarten. Bis dahin dürfte der Markt knapp bleiben. Für Anleger bedeutet das: Die Preissetzungsmacht der Hersteller bleibt vorerst hoch – ein wichtiger Treiber für Margen und Gewinne.

Die Preise für Speicherbausteine waren zwischen April und Juni um rund 60 Prozent gestiegen. Der Anstieg verlangsamte sich zuletzt zwar. TrendForce rechnet bis zum Jahresende dennoch mit Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Samsung versucht, diese Entwicklung mit langfristigen Lieferverträgen mit Rechenzentrumsbetreibern abzusichern. Solche Verträge gewinnen in der Branche an Bedeutung, enthalten aber in der Regel auch Preisobergrenzen.

Auftragsfertigung und Risiken im Blick

Neben dem Speichergeschäft rückt die Chip-Auftragsfertigung in den Fokus. Insidern zufolge sind dort höhere Preise möglich. Analysten erwarten, dass die Sparte im kommenden Jahr profitabel arbeitet. Das wäre ein wichtiger Schritt, denn die Auftragsfertigung gilt seit Jahren als Sorgenkind des Konzerns.

Die Kehrseite des Chipbooms zeigt sich im eigenen Haus. Während die Halbleitersparte profitiert, steigen die Kosten für Smartphones und Unterhaltungselektronik, weil die verbauten Speicherbausteine teurer werden. Ein stärkerer Won könnte zudem die Auslandseinnahmen schmälern, da Erlöse in Fremdwährung bei der Umrechnung an Wert verlieren.

Auch der Wettbewerb bleibt in Bewegung. Chinesische Anbieter drängen in den Markt für DRAM- und NAND-Bausteine. Zugleich mehren sich Spekulationen über einen abflauenden KI-Boom und darüber, ob die Höhepunkte der Gewinnmargen bereits überschritten sind. Diese Unsicherheit dürfte die Aktie weiter begleiten.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger lohnt sich ein Blick auf zwei Ebenen. Kurzfristig stützt die angespannte Angebotslage die Preise und damit die Erträge der Speicherhersteller. Mittel- bis langfristig entscheidet sich am Wettbewerb – etwa durch chinesische Anbieter – und an der Frage, ob der KI-Boom anhält, wie nachhaltig die hohen Margen sind.

Aktionäre profitieren derweil direkt: Samsung schüttet eine Rekordsumme von umgerechnet 73 Milliarden Euro aus. Bereits im Frühjahr hatten Beschäftigte erhöhte Bonuszahlungen erstritten. Der Konzern verteilt die Früchte des Chipbooms also sowohl an Kapitalgeber als auch an Mitarbeiter.

Spannend bleibt, wie Samsung die Balance zwischen dem lukrativen Speichergeschäft und dem Kostendruck im Gerätegeschäft hält. Die Zahlen am 29. Oktober dürften zeigen, wie stark die Halbleitersparte das Gesamtergebnis trägt – und wie sehr die übrigen Bereiche unter den gestiegenen Chipkosten leiden.

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