Greenland Resources sichert deutschen Stahlkonzern als Molybdän-Abnehmer
Das kanadische Unternehmen unterzeichnet eine neue Absichtserklärung mit ROGESA für sein Malmbjerg-Projekt in Grönland.

Greenland Resources baut die Abnahmepipeline für sein geplantes Molybdänprojekt Malmbjerg in Zentral-Ostgrönland weiter aus. Das in Toronto börsennotierte Unternehmen unterzeichnete eine neue Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) über die Lieferung des stahlhärtenden Rohstoffs mit einem deutschen Stahlkonzern. Das Projekt hat ein geplantes Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde US-Dollar.
Der neue MoU-Partner ist ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar. Das Unternehmen befindet sich im gemeinsamen Besitz der beiden saarländischen Stahlproduzenten Dillinger und Saarstahl. Gemeinsam produzieren die beiden Gesellschafter jährlich rund 4,5 Millionen Tonnen Rohstahl und erwirtschaften einen kombinierten Umsatz von etwa 5,2 Milliarden Euro.
Molybdän als kritischer Rohstoff für die Stahlindustrie
Molybdän ist ein wichtiges Legierungsmetall, das in der Stahlindustrie zur Härtung und Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit eingesetzt wird. Es findet vor allem in der Herstellung von hochfestem Stahl Verwendung, der in der Automobil-, Energie- und Bauindustrie gefragt ist. Die Sicherung stabiler Lieferketten für diesen Rohstoff gewinnt angesichts globaler Versorgungsrisiken zunehmend an Bedeutung.
Das Malmbjerg-Projekt liegt in Zentral-Ostgrönland und gilt als eines der bedeutenderen Molybdänvorkommen weltweit. Mit dem neuen MoU mit ROGESA erweitert Greenland Resources seine Abnehmerbasis in Europa und stärkt damit die wirtschaftliche Grundlage für eine mögliche Projektfinanzierung. Absichtserklärungen dieser Art sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung eines Bergbauprojekts, da sie potenziellen Investoren und Kreditgebern das Marktinteresse signalisieren.
Saarland als Stahlstandort mit langer Tradition
Dillinger und Saarstahl sind zwei der bekanntesten Stahlproduzenten Deutschlands mit Sitz im Saarland. Die Region hat eine jahrzehntelange Tradition in der Stahlerzeugung und zählt zu den wichtigsten Industriestandorten Deutschlands. Über ihre gemeinsame Rohstoffgesellschaft ROGESA sichern sich die beiden Unternehmen den Zugang zu wichtigen Vorprodukten und Rohstoffen.
Das wachsende Interesse europäischer Industrieunternehmen an grönländischen Rohstoffprojekten spiegelt den breiteren Trend wider, Lieferketten für kritische Materialien zu diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferregionen zu reduzieren. Grönland rückt dabei zunehmend in den Fokus europäischer und nordamerikanischer Rohstoffstrategien.
