Google liefert KI-Antworten direkt in der Suche
Neue Funktion ersetzt bei jeder fünften Anfrage klassische Linkliste durch Zusammenfassungen

Google hat begonnen, in Europa eine neue Funktion in seiner Suchmaschine einzuführen. Künftig kann es bei bestimmten Suchanfragen vorkommen, dass Nutzerinnen und Nutzer einen zusammenfassenden Text als Antwort erhalten, der von Künstlicher Intelligenz verfasst wurde. Diese sogenannten KI-Zusammenfassungen erscheinen oberhalb der gewohnten Liste mit Links zu externen Websites. Ziel der Funktion ist es, eine schnellere und bequemere Möglichkeit zur Informationsgewinnung zu bieten, ohne dass sich die Suchenden durch mehrere Internetseiten klicken müssen.
Ein Beispiel dafür ist eine alltägliche Frage wie die nach der Rettung eines eingelaufenen Wollpullovers. Anstelle einer Liste mit Ratgeber-Websites liefert Google nun einen kompakten Text, in dem beschrieben wird, wie man mithilfe von Essigwasser oder anderen Methoden versuchen kann, das Kleidungsstück wieder in Form zu bringen. Laut Google wird die KI-Übersicht nur dann angezeigt, wenn das System davon ausgeht, dass dies die hilfreichste Antwort darstellt. Nach Erfahrungen aus den USA erscheint dies bei etwa jeder fünften Suchanfrage.
Voraussetzung für die Nutzung der Funktion ist ein eingeloggtes Google-Konto sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. Der neue Dienst wurde erstmals im Mai des Vorjahres auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellt und anschließend zunächst in den USA verfügbar gemacht. Mittlerweile sind die KI-Zusammenfassungen in über 100 Ländern abrufbar. Technische Gründe führen jedoch dazu, dass die Umstellung nicht gleichzeitig auf allen Servern erfolgt, weshalb es vereinzelt noch einige Tage dauern kann, bis die neue Funktion für alle sichtbar wird.
Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund eines zunehmend intensiven Wettbewerbs im Bereich Künstliche Intelligenz. Besonders die Konkurrenten OpenAI und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, aber auch Unternehmen aus China wie DeepSeek setzen Google unter Druck. Ihr erklärtes Ziel ist es, die klassische Internetsuche in Teilen zu ersetzen. Medienhäuser beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Es besteht die Befürchtung, dass Nutzerinnen und Nutzer künftig seltener auf weiterführende Links klicken und sich stattdessen mit der automatisch generierten Zusammenfassung begnügen. Während einige Experten darin einen Vorteil sehen, weil Werbeeinblendungen reduziert würden, warnen andere vor einem Verlust der Anreize, sich mit den ursprünglichen Quellen auseinanderzusetzen.
