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DeepSeek erschüttert den KI-Markt

Chinesisches Modell in Plagiatsverdacht – Nvidia verliert Milliarden, Gründer avanciert in China zum Volkshelden

2 Min
DeepSeek erschüttert den KI-Markt

Die chinesische KI DeepSeek sorgt für Wirbel in der KI-Branche. Das von dem chinesischen Unternehmen entwickelte Sprachmodell R-1 ähnelt laut einer aktuellen Analyse stark dem amerikanischen KI-Modell ChatGPT. Dies ergab eine Untersuchung des auf Plagiatserkennung spezialisierten Start-ups Copyleaks. Dabei untersuchte Copyleaks generierte Texte von DeepSeek mittels eines sogenannten Jury-Systems. Drei unabhängige Klassifikatoren prüften dabei die Texte auf typische stilistische Merkmale, wie etwa Satzstruktur und Wortwahl. Nur wenn alle drei Klassifikatoren zum selben Urteil kamen, wurde dies als eindeutiges Ergebnis gewertet.

Die Analyse offenbarte, dass beeindruckende 74,2 Prozent der von DeepSeek generierten Texte stilistisch identisch mit jenen von OpenAIs Modell waren. Zum Vergleich: Das Sprachmodell Phi-4 von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft erreichte lediglich eine Übereinstimmung von 0,7 Prozent. Laut Shai Nisan, Chef-Datenwissenschaftler von Copyleaks, erreiche die Methode zur Identifikation von stilistischen Ähnlichkeiten eine Präzisionsrate von 99,8 Prozent. Zwar spricht Nisan nicht ausdrücklich von Diebstahl, doch die Zahlen werfen Fragen nach der Herkunft und dem Training der chinesischen KI auf.

DeepSeek hatte zuvor behauptet, das Modell R-1 mit deutlich weniger Aufwand als OpenAI entwickelt zu haben. Diese Ankündigung führte zunächst zu erheblichen Turbulenzen auf dem KI-Markt und sorgte für dramatische Kursverluste beim Chiphersteller Nvidia, der binnen eines Tages rund 600 Milliarden Dollar an Börsenwert einbüßte. Auch Unternehmen, die vom KI-Boom profitieren wollten, etwa Stromanbieter wie Constellation oder Vistra, verloren deutlich an Wert.

Die Vorwürfe rund um die Entstehung von DeepSeek reichen inzwischen über bloße Ähnlichkeiten hinaus. Alexandr Wang, CEO von Scale AI, äußerte den Verdacht, dass DeepSeek heimlich Zugang zu 50.000 Nvidia-KI-Beschleunigern gehabt habe. Er lieferte dafür jedoch keine belastbaren Beweise. Microsoft-Sicherheitsexperten hatten jedoch bereits im vergangenen Herbst bemerkt, dass größere Datenmengen über eine OpenAI-Schnittstelle abflossen.

DeepSeek ist trotz der Vorwürfe keineswegs als bloßer Bluff einzustufen. Denn das Modell unterscheidet sich technisch in wesentlichen Punkten von ChatGPT. Statt bei jeder Anfrage das gesamte Modell zu nutzen, setzt DeepSeek auf den sogenannten „Mixture of Experts“-Ansatz, bei dem für spezielle Aufgabenbereiche jeweils nur ein spezialisierter Teil des Modells aktiviert wird. Dadurch ist DeepSeek teilweise effizienter und übertrifft ChatGPT insbesondere bei logischen und programmiertechnischen Herausforderungen.

Gründer Liang Wenfeng gilt mittlerweile in China als Volksheld, und Präsident Xi Jinping ehrte ihn kürzlich öffentlichkeitswirksam. Dennoch steht DeepSeek nun vor der Herausforderung, die Vorwürfe glaubwürdig zu entkräften und die eigene technologische Leistung unabhängig zu bestätigen.

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