Goldpreis steigt wegen Dollar-Schwäche und Unsicherheit
Trumps Kritik an Powell und Zinssorgen treiben Investoren in sichere Anlagen

Gold hat am Donnerstag leicht zugelegt, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar und zunehmende politische Unsicherheit in den Vereinigten Staaten. Berichte darüber, dass US-Präsident Donald Trump einen Austausch von Notenbankchef Jerome Powell bereits für den Herbst erwogen haben soll, sorgten für Verunsicherung an den Märkten. Diese Entwicklung nährte die Nachfrage nach dem als krisensicher geltenden Edelmetall.
Der Goldpreis stieg im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 3.339,20 US-Dollar je Feinunze. Die Terminkontrakte auf US-Gold verzeichneten ein Plus von 0,3 Prozent und lagen bei 3.353,10 US-Dollar. Ausschlaggebend war unter anderem die Schwäche des US-Dollars, der auf den niedrigsten Stand seit März 2022 fiel. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger.
Fed-Chef Powell äußerte sich am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Senats zur aktuellen Inflationslage. Zwar könnten Trumps Zölle einen einmaligen Preisanstieg verursachen, doch bestehe laut Powell ein erhebliches Risiko anhaltender Inflation. Daher müsse die Zentralbank bei künftigen Zinssenkungen vorsichtig agieren. Trump hingegen kritisierte Powell öffentlich als „schrecklich“ und erklärte, er erwäge drei oder vier andere Kandidaten für das Amt des Fed-Vorsitzenden.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll Trump sogar mit dem Gedanken gespielt haben, einen möglichen Nachfolger für Powell bereits im September oder Oktober zu benennen. Diese Diskussion wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Notenbank auf, was zusätzliche Unsicherheit am Markt erzeugte.
Gold profitiert traditionell in Phasen politischer oder wirtschaftlicher Instabilität sowie bei niedrigen Zinsen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Geldpolitik künftig stärker unter politischem Einfluss stehen könnte. Der Analyst Tim Waterer von KCM Trade betonte, Trump strebe offenbar eine geldpolitisch lockere Führung der Fed an, was die Erwartung einer aggressiven Zinssenkungsrunde verstärke und den Dollar belaste.
Die Anleger warten nun gespannt auf die Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten. Insbesondere das Bruttoinlandsprodukt, das später am Tag bekanntgegeben wird, sowie die Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben am Freitag könnten weitere Impulse für den Goldpreis liefern.
Auch andere Edelmetalle legten zu. Der Silberpreis stieg um 0,2 Prozent auf 36,36 US-Dollar je Feinunze. Platin verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 1.385,38 US-Dollar, während Palladium einen kräftigen Sprung um 5,5 Prozent auf 1.115,58 US-Dollar verzeichnete.
