Goldpreis sinkt deutlich nach Waffenruhe zwischen Israel und Iran
Rückgang geopolitischer Spannungen und Zinserwartungen belasten Nachfrage nach Edelmetallen

Der Goldpreis ist um mehr als ein Prozent gefallen und erreichte damit ein Zwei-Wochen-Tief. Auslöser war eine Waffenruhe zwischen Israel und Iran, die das Interesse an sicheren Anlageformen wie dem Edelmetall dämpfte. Die Einigung auf einen Waffenstillstand beendete einen zwölf Tage andauernden militärischen Konflikt und sorgte an den globalen Märkten für eine steigende Risikobereitschaft.
Laut aktuellen Daten notierte der Preis für Spot-Gold am Dienstagmorgen bei 3.319,84 US-Dollar je Unze, ein Rückgang um 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Dies markiert den niedrigsten Stand seit dem 11. Juni. Die US-Goldfutures gaben sogar um 1,7 Prozent nach und lagen bei 3.335,50 US-Dollar.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Waffenruhe zwischen Israel und Iran sei nun in Kraft und forderte beide Seiten auf, diese nicht zu verletzen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte die Zustimmung Israels zu dem Vorschlag aus Washington. Infolge der geopolitischen Entspannung legten die internationalen Aktienmärkte zu, während die Ölpreise fielen – ein Indikator für nachlassende Sorgen über mögliche Lieferunterbrechungen.
Marktbeobachter wie Ilya Spivak, Chefanalyst bei Tastylive, verwiesen auf den Rückgang geopolitischer Risiken als Hauptgrund für die aktuelle Entwicklung am Goldmarkt. Gleichzeitig rückt die US-Geldpolitik wieder stärker in den Fokus der Anleger. Am Dienstag wird eine Anhörung von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses erwartet. Powell hatte sich zuletzt vorsichtig gezeigt, was mögliche Zinssenkungen in naher Zukunft betrifft.
Donald Trump sprach sich derweil für eine deutliche Senkung der Leitzinsen um zwei bis drei Prozentpunkte aus. Sollte Powell in seiner Aussage klarstellen, dass in diesem Jahr maximal zwei Zinssenkungen geplant seien, könnte dies den US-Dollar stützen und Gold weiter unter Druck setzen. Gold profitiert üblicherweise von niedrigen Zinssätzen, da es keine Zinsen abwirft und somit bei günstigem Zinsumfeld attraktiver wird.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten am Dienstag Kursverluste. Der Preis für Silber sank um 0,5 Prozent auf 35,96 US-Dollar je Unze. Platin fiel um 1,1 Prozent auf 1.280,58 US-Dollar und Palladium büßte 2,2 Prozent ein und lag bei 1.055,15 US-Dollar.
