Goldpreis fällt leicht wegen starkem Dollar
Trump-Zölle, Inflationssorgen und Rezessionsängste verunsichern Märkte und stützen langfristige Nachfrage

Der Goldpreis ist am Mittwoch leicht gesunken, nachdem der US-Dollar an Stärke gewonnen hatte. Marktbeobachter zeigten sich besorgt über die angekündigten umfassenden Gegenzoll-Pläne des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer inflationsfördernd wirken und das Wirtschaftswachstum bremsen könnten. Der Spotpreis für Gold verringerte sich um 0,1 Prozent auf 3.017,49 US-Dollar je Unze. Die US-Gold-Futures fielen um 0,2 Prozent auf 3.021,30 US-Dollar.
Analysten sehen die Aufwertung des US-Dollars als belastenden Faktor für den Goldpreis. Laut Kelvin Wong, Marktanalyst für den asiatisch-pazifischen Raum bei OANDA, bewegt sich der Goldpreis derzeit in einer Seitwärtsrange, da Unsicherheit über die genaue Umsetzung der zum 2. April geplanten US-Gegenzölle besteht. Die von Trump angestrebte Handelspolitik könnte neben der Inflation auch die Spannungen im internationalen Handel verschärfen.
Die Sorge um das wirtschaftliche Umfeld in den Vereinigten Staaten wird zusätzlich durch einen starken Rückgang des Verbrauchervertrauens genährt. Dieses fiel im März auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Viele Haushalte befürchten eine mögliche Rezession sowie steigende Lebenshaltungskosten infolge der Zollmaßnahmen. Vor diesem Hintergrund sprechen Analysten von einer drohenden Stagflation, also einer Kombination aus stagnierendem Wachstum und hoher Inflation. Dies könnte wiederum den Goldpreis stützen, da das Edelmetall traditionell als Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheiten gilt.
Trotz des leichten Rückgangs hat Gold seit Jahresbeginn um 15 Prozent zugelegt und am 20. März mit 3.057,21 US-Dollar je Unze ein Allzeithoch erreicht. Die weitere Entwicklung hängt nun auch von Aussagen der US-Notenbank ab. Mehrere Mitglieder des Federal Reserve Systems werden im Tagesverlauf erwartet. Zusätzlich richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf die am Freitag anstehenden Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben in den USA, die Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs geben könnten. Laut der ANZ-Strategin Soni Kumari könnte ein Goldpreis von 3.200 US-Dollar bis September realistisch sein, sofern es keine restriktiven Aussagen seitens der Fed gibt.
Parallel zu Gold verzeichneten auch andere Edelmetalle Rückgänge. Der Preis für Silber sank um 0,5 Prozent auf 33,57 US-Dollar je Unze. Platin gab um 0,5 Prozent auf 971,35 US-Dollar nach. Auch Palladium verzeichnete ein Minus von 0,5 Prozent und wurde zuletzt mit 951,23 US-Dollar gehandelt.
