Goldpreis erreicht neues Allzeithoch nach Fed-Entscheidung
Zinssenkungserwartungen, Handelskonflikte und geopolitische Spannungen treiben die Nachfrage

Gold erreichte am Donnerstag einen neuen Höchststand, nachdem die US-Notenbank zwei mögliche Zinssenkungen für das Jahr 2025 in Aussicht gestellt hatte. Diese Aussicht stärkte die Attraktivität des Edelmetalls vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Der Preis für Spotgold stieg um 0,1 Prozent auf 3.050,94 US-Dollar je Unze, nachdem er zuvor ein Allzeithoch von 3.057,21 US-Dollar erreicht hatte. Die US-Gold-Futures legten um 0,6 Prozent auf 3.059,50 US-Dollar zu.
Die Nachfrage nach Gold wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Marktunsicherheiten, geopolitische Spannungen, ein schwächerer US-Dollar und die Erwartung künftiger Zinssenkungen tragen dazu bei, erklärte Dick Poon, General Manager bei Heraeus Metals in Hongkong. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch ihren Leitzins im erwarteten Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Die Entscheidung der Fed-Politiker, bis Ende 2025 zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte vorzusehen, beflügelte die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Gold als nicht verzinsliche Anlage profitiert traditionell von einem Umfeld niedriger Zinsen. Zudem spielen handelspolitische Maßnahmen der US-Regierung eine Rolle. Präsident Donald Trumps Wirtschaftspolitik, insbesondere die Einführung umfangreicher Importzölle, habe das Wirtschaftswachstum gebremst und die Inflation zumindest vorübergehend erhöht, sagte Fed-Chef Jerome Powell. Die Einführung dieser Zölle hat die Handelsspannungen verschärft und wird allgemein als inflationstreibend und wachstumshemmend angesehen.
Die Kombination aus Unsicherheit über die Zollpolitik, der Möglichkeit künftiger Zinssenkungen und zunehmenden Spannungen im Nahen Osten hat die Goldpreise in diesem Jahr weiter steigen lassen. Bislang wurden 16 neue Rekordhöhen erreicht, davon vier über der Marke von 3.000 US-Dollar. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten unterstreichen die Rolle von Gold als Wertaufbewahrungsmittel, sagte OCBC-FX-Stratege Christopher Wong. Die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen und Inflationsschutz habe sich unter diesen Bedingungen weiter verstärkt.
Nicholas Frappell, globaler Leiter der institutionellen Märkte bei ABC Refinery, hält jedoch eine Korrektur für möglich. Aufgrund der starken Performance im ersten Quartal könne es kurzfristige Rücksetzer geben, doch bisher seien diese nur von kurzer Dauer gewesen. Widerstände könnten sich im Bereich von 3.090 bis 3.100 US-Dollar zeigen. Auch andere Edelmetalle verzeichneten Kursveränderungen. Der Preis für Spot-Silber stieg um 0,15 Prozent auf 33,84 US-Dollar je Unze, Platin legte um 0,2 Prozent auf 995,00 US-Dollar zu, während Palladium um 0,2 Prozent auf 956,35 US-Dollar fiel.
