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Goldman Sachs: Ölpreis könnte 2026 auf 100 Dollar steigen

Die Investmentbank hebt ihre Kursziele für WTI und Brent deutlich an – wegen anhaltender Störungen an der Straße von Hormus.

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Goldman Sachs: Ölpreis könnte 2026 auf 100 Dollar steigen

Goldman Sachs hat seine Ölpreisprognosen erneut nach oben korrigiert. Grund dafür sind anhaltende Störungen bei der globalen Ölversorgung, ausgelöst durch die faktische Schließung der Straße von Hormus. Die renommierte US-Investmentbank warnt, dass der Ölpreis bis zum Jahresende die Marke von 100 Dollar pro Barrel erreichen könnte, sollten sich die Lieferströme nicht bald normalisieren.

Konkret erwartet Goldman Sachs nun, dass die US-amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) im Jahresdurchschnitt einen Preis von 83 Dollar pro Barrel erreichen wird. Das ist eine deutliche Anhebung gegenüber der vorherigen Schätzung von 75 Dollar. Für die internationale Referenzsorte Brent prognostiziert die Bank einen Anstieg auf 90 Dollar pro Barrel bis zum Jahresende – zuvor lag die Erwartung bei lediglich 80 Dollar.

Straße von Hormus als entscheidender Faktor

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels, insbesondere aus den Golfstaaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak. Eine Blockade oder faktische Schließung dieser Route hat daher unmittelbare Auswirkungen auf das weltweite Ölangebot und treibt die Preise an den Rohstoffmärkten in die Höhe.

Für deutsche Verbraucher und Unternehmen sind steigende Ölpreise von besonderer Bedeutung. Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft stark von Energieimporten abhängig. Höhere Rohölpreise schlagen sich in der Regel zeitverzögert in den Kraftstoffpreisen an der Zapfsäule sowie in den Produktionskosten der Industrie nieder und können die Inflation erneut anheizen.

Deutliche Aufwärtsrevision der Preisprognosen

Die Anhebung der Kursziele durch Goldman Sachs ist bemerkenswert, da sie eine erhebliche Abweichung von den bisherigen Erwartungen darstellt. Die Differenz zwischen alter und neuer WTI-Prognose beträgt 8 Dollar pro Barrel, beim Brent sogar 10 Dollar. Solche Revisionen signalisieren, dass die Bank die Versorgungsstörungen als ernsthaft und potenziell länger anhaltend einschätzt.

Für Anleger, die in Öl-Aktien, Energiefonds oder Rohstoff-ETFs investiert sind, könnten diese Prognosen relevante Signale liefern. Steigende Ölpreise begünstigen in der Regel die Gewinne von Förderunternehmen und integrierten Ölkonzernen. Gleichzeitig erhöhen sie den Kostendruck für energieintensive Branchen wie die Chemie- oder Stahlindustrie.

Die Prognosen von Goldman Sachs gelten an den Finanzmärkten als einflussreich und werden von institutionellen Investoren weltweit aufmerksam verfolgt. Ob die Marke von 100 Dollar tatsächlich erreicht wird, hängt laut der Bank maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lage an der Straße von Hormus entspannt und die globalen Lieferströme wieder normalisieren.

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