Gold Basin feuert CEO wegen mutmaßlicher Unterschlagung und Betrugs
Der Junior-Explorer Gold Basin Resources hat Präsident und Interims-CEO Charles Straw wegen schwerwiegenden Fehlverhaltens entlassen.

Gold Basin Resources (TSXV: GXX) hat seinen Präsidenten und Interims-CEO Charles Straw im vergangenen Monat fristlos entlassen. Dem Wirtschaftsgeologen werden schwerwiegende Verstöße vorgeworfen, die zu finanziellen Verlusten geführt und gegen Börsenregeln verstoßen haben sollen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Governance-Risiken bei Junior-Explorern im Rohstoffsektor.
Der Streit steht im direkten Zusammenhang mit der laufenden Übernahme von Gold Basin durch Canex Metals (TSXV: CANX). Canex hatte im Februar die Kontrolle über Gold Basin zurückzugewinnen begonnen – ein Prozess, der auf ein Spin-off aus dem Jahr 2020 zurückgeht. Auf einer Aktionärsversammlung am 16. März setzte Canex einen neuen Vorstand ein, um die Angelegenheiten bei Gold Basin zu ordnen. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens an der TSXV war bereits im vergangenen Mai ausgesetzt worden, da keine Finanzergebnisse vorgelegt wurden.
„Gold Basin hat Charles Straw aus wichtigem Grund entlassen", erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 25. März. „Was Herr Straw nicht erklärt, ist, warum er große Geldsummen vom Geschäftskonto von Gold Basin auf ein von ihm kontrolliertes Privatkonto überwiesen hat, bevor er ‚Opfer' von Überweisungsbetrug wurde."
Straw weist Vorwürfe zurück
Straw selbst bestreitet die Anschuldigungen vehement. Er gibt an, sein E-Mail-Konto sei im Jahr 2024 gehackt worden und er habe dadurch weniger als 50.000 US-Dollar verloren. Seine Bank habe 15.000 US-Dollar des Schadens gedeckt. Straw behauptet zudem, der neue Vorstand übe Vergeltung, weil er einen Plan zur Gewinnung von Aktionärsunterstützung für die Übernahme nicht mitgetragen habe.
„Der vorherige Vorstand, die leitenden Angestellten und die Rechtsberater wussten, dass ich Opfer eines Cyber-Betrugs war und nicht der Täter", schrieb Straw in einer E-Mail an das Canadian Mining Journal. Die Anschuldigungen seien „Teil eines Verhaltensmusters und von Gerüchteküche, um mich zu diskreditieren." Er gab zudem an, die mutmaßliche Nötigung der Wertpapieraufsichtsbehörde von British Columbia gemeldet zu haben.
Der neue CEO von Gold Basin, Shane Ebert, hält dagegen: Die Mitteilung sei „von unseren Rechtsteams gründlich geprüft und ist durch Dokumentationen und eidesstattliche Erklärungen gut untermauert." Straw habe es „versäumt, dem Unternehmen Details, Finanzunterlagen oder eine plausible Erklärung vorzulegen." Ebert betonte jedoch, dass die Mitteilung nicht direkt besage, Straw habe Geld gestohlen – sondern lediglich, dass er Gelder auf ein privates Konto überwiesen habe.
Interne Untersuchung listet 15 Verstöße auf
Die interne Untersuchung des neuen Gold-Basin-Vorstands kommt zu schwerwiegenden Schlussfolgerungen. Straw werden unter anderem folgende Vergehen vorgeworfen:
- Unterschlagung zur persönlichen Verwendung und Verlust von Unternehmensgeldern
- Veruntreuung von Geschäftschancen
- Abschluss von Transaktionen mit Parteien, an denen Straw oder seine Partner ein persönliches Interesse hatten
- Verstöße gegen das kanadische Wertpapiergesetz und den British Columbia Business Corporations Act
- Verstöße gegen Börsenregeln und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung
Gold Basin schickte Straw am 16. März ein Kündigungsschreiben, in dem insgesamt 15 Verstöße aufgeführt sind. Das Unternehmen betonte jedoch, dass seine Erkenntnisse nicht gerichtlich bewiesen seien und die Untersuchung noch andauere. Ein Sprecher der British Columbia Securities Commission lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf Vertraulichkeitsregeln.
Weitere rechtliche Komplikationen
Die Lage bei Gold Basin ist auch juristisch komplex. Gold Basin und sein Joint-Venture-Partner Helix Resources (ASX: HLX) wurden als Beklagte in einem am 28. Oktober beim Supreme Court von British Columbia eingereichten Aktionärsantrag genannt. Gold Basin habe es versäumt, fristgerecht auf den Antrag zu reagieren und die Aktionäre über dessen Existenz zu informieren, so Canex.
Gold Basin ist ein in Vancouver ansässiger Explorer, der das 42 Quadratkilometer große Goldprojekt im Mohave County im US-Bundesstaat Arizona hält – rund 300 Kilometer nordwestlich von Phoenix. Das Projekt weist eine oberflächennahe Oxid-Goldmineralisierung auf und verfügt über mehr als 800 historische und aktuelle Bohrlöcher in Lagerstätten mit einer Länge von bis zu 1,7 Kilometern. Eine offizielle Ressourcenschätzung wurde bisher nicht eingereicht.
Der Distrikt Gold Basin hat eine lange Geschichte: Die ersten Prospektionen gehen auf die 1870er Jahre zurück, brachten jedoch nur eine geringfügige Produktion hervor. Moderne Explorer bewerten das Gebiet nun als Bulk-Tonnage-Oxid-Projekt neu – besonders attraktiv angesichts der aktuellen Rekordpreise für Gold. Canex hält weiterhin Claims in der Umgebung des Projekts und sichert sich damit eine Beteiligung am breiteren Distrikt.
Charles Straw war seit 2021 Präsident von Gold Basin. Der Wirtschaftsgeologe verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bergbau und bekleidete zuvor Führungs- und Direktorpositionen bei verschiedenen Junior-Explorern, darunter ein Direktorat bei Volcanic Gold Mines (TSXV: VG). Der Fall zeigt exemplarisch, welche Governance- und Betrugsrisiken im Segment der Junior-Explorer bestehen – einem Bereich, der trotz hoher Chancen durch geringe Regulierungsdichte und oft begrenzte interne Kontrollmechanismen geprägt ist.
