American Airlines lehnt Fusionsgespräche mit United Airlines kategorisch ab
American Airlines weist eine mögliche Fusion mit United Airlines zurück und nennt wettbewerbsrechtliche Bedenken sowie kartellrechtliche Unvereinbarkeit als Gründe.

American Airlines hat Fusionsgespräche mit United Airlines offiziell abgelehnt. Das Unternehmen erklärte, ein Zusammenschluss wäre „negativ für den Wettbewerb und die Verbraucher" – und nicht vereinbar mit dem kartellrechtlichen Ansatz der Trump-Administration. Damit ist ein potenzieller Megadeal vorerst vom Tisch.
Hintergrund der Fusionsdiskussion ist ein Treffen von United-CEO Scott Kirby mit US-Präsident Donald Trump Ende Februar. Kirby warb dabei für eine mögliche Fusion mit American Airlines, wie Reuters am Montag berichtete. Er argumentierte, eine fusionierte Fluggesellschaft wäre ein stärkerer Wettbewerber auf internationalen Märkten. Zudem verwies er laut Insidern auf den Fokus der Trump-Administration auf US-Handelsdefizite weltweit.
Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, keine Meinung zu einer potenziellen Übernahme zu haben. Eine dem Weißen Haus nahestehende Person äußerte jedoch gegenüber Reuters Skepsis gegenüber dem Zusammenschluss. Grund seien die potenziellen Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Ticketpreise – in einer Zeit, in der die Regierung im Vorfeld der Zwischenwahlen im November bereits auf steigende Verbraucherkosten achtet.
Größter Airline-Deal seit mehr als einem Jahrzehnt
Ein Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften wäre der bedeutendste Konsolidierungsschritt in der US-Luftfahrtbranche seit mehr als einem Jahrzehnt. Laut OAG-Daten waren United und American bereits im Jahr 2025 die beiden weltweit größten Fluggesellschaften nach angebotener Kapazität – unter Berücksichtigung internationaler Flüge. Eine Fusion hätte damit globale Dimensionen angenommen.
Der US-Inlandsmarkt wird bereits heute von vier ähnlich großen Akteuren dominiert. Ein Zusammenschluss von American und United hätte diesen Markt weiter verengt. Hinzu kommen erhebliche Überschneidungen zwischen beiden Fluggesellschaften, unter anderem am Flughafen Chicago O'Hare sowie an wichtigen Drehkreuzen in Texas.
Analysten und Branchenvertreter schätzen die Genehmigungschancen eines solchen Deals als gering ein. Die zu erwartende Prüfung durch Regulierungsbehörden, Gewerkschaften und Verbraucherschützer wäre außerordentlich intensiv gewesen. Kritiker hätten höhere Flugpreise und einen verringerten Wettbewerb befürchtet.
Kerosinpreise durch US-israelischen Krieg gegen Iran gestiegen
Das Treffen zwischen Kirby und Trump fand drei Tage vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran statt. Dieser ließ die Preise für Kerosin in die Höhe schnellen und veranlasste die Fluggesellschaften, Flugpreise und Gebühren anzuheben, um die höheren Kosten auszugleichen. Der geopolitische Kontext dürfte die ohnehin schwierige Ausgangslage für einen Fusionsdeal weiter verschärft haben.
United Airlines lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage. American Airlines hingegen positionierte sich klar: Ein solcher Deal sei mit dem kartellrechtlichen Kurs der Trump-Administration nicht vereinbar – eine deutliche Absage an alle weiteren Spekulationen über einen Zusammenschluss der beiden US-Luftfahrtriesen.
