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Gilead übernimmt deutsches Biotech Tubulis für bis zu 5 Milliarden Dollar

Der US-Pharmakonzern Gilead stärkt seine Krebspipeline mit der Übernahme des deutschen Unternehmens Tubulis GmbH.

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Gilead übernimmt deutsches Biotech Tubulis für bis zu 5 Milliarden Dollar

Gilead Sciences hat am Dienstag die Übernahme der deutschen Tubulis GmbH für bis zu 5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Der US-Pharmakonzern sichert sich damit Zugang zu einer vielversprechenden Klasse experimenteller Krebsmedikamente, die als „gesteuerte Raketen" bezeichnet werden. Tubulis ist ein nicht börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Deutschland.

Im Rahmen der Transaktion erwirbt Gilead das gesamte ausstehende Eigenkapital von Tubulis. Bei Abschluss des Deals fließt eine Barzahlung in Höhe von 3,15 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 1,85 Milliarden US-Dollar, sodass sich der Gesamtwert der Übernahme auf bis zu 5 Milliarden US-Dollar belaufen kann.

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate im Fokus

Im Mittelpunkt der Transaktion stehen die experimentellen Krebsmedikamente von Tubulis, die zur Klasse der sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) gehören. Diese Wirkstoffe funktionieren wie „gesteuerte Raketen": Sie transportieren eine Chemotherapie gezielt an Krebszellen und minimieren dabei die Schädigung von gesundem Gewebe. ADCs gelten in der Onkologie als eine der vielversprechendsten Wirkstoffklassen der jüngeren Forschungsgeschichte.

Für Gilead ist die Tubulis-Übernahme die jüngste in einer ganzen Reihe strategischer Akquisitionen. Der Konzern steht unter Druck, seine Pipeline zu diversifizieren: Patentabläufe bei bestehenden Medikamenten und rückläufige Umsätze mit dem COVID-19-Medikament Veklury zwingen das Unternehmen zur Expansion über seine Kernwachstumsbereiche hinaus.

Milliardenschwere Einkaufstour bei Gilead

Bereits im Februar 2025 hatte Gilead den Partner Arcellx für bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar übernommen – das größte Geschäft des Konzerns seit 2020. Auch diese Transaktion zielte auf die Stärkung des Krebsbehandlungsportfolios ab. Im vergangenen Monat folgte die Einigung auf die Übernahme des privaten Biotech-Unternehmens Ouro Medicines für mehr als 2 Milliarden US-Dollar, um die Pipeline für Medikamente gegen Immunerkrankungen auszubauen.

Die drei Übernahmen innerhalb weniger Monate verdeutlichen die ambitionierte Wachstumsstrategie von Gilead. Mit einem Gesamtvolumen von potenziell über 14 Milliarden US-Dollar allein in diesem Zeitraum positioniert sich der Konzern als einer der aktivsten Käufer im globalen Pharmasektor. Für den deutschen Biotech-Standort ist die Übernahme von Tubulis ein weiteres Zeichen, dass hiesige Unternehmen zunehmend im Fokus internationaler Pharmakonzerne stehen.

Die Transaktion unterstreicht zudem den wachsenden Stellenwert von ADC-Technologien in der modernen Krebstherapie. Zahlreiche große Pharmaunternehmen weltweit investieren derzeit massiv in diese Wirkstoffklasse, da sie als potenzielle Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Chemotherapien gilt.

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