Bill Ackmans Pershing Square plant Übernahme von Universal Music Group
Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman will UMG in einem milliardenschweren Bar- und Aktiengeschäft übernehmen und an die NYSE bringen.

Bill Ackmans Investmentvehikel Pershing Square hat am Dienstag offiziell bekannt gegeben, die Universal Music Group (UMG) übernehmen zu wollen. Das geplante Geschäft kombiniert eine Barzahlung mit einem Aktientausch und soll noch bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Im Zuge der Transaktion sollen UMG und Pershing Square zu einem neu fusionierten Unternehmen zusammengeführt werden.
Das fusionierte Unternehmen soll anschließend an der New York Stock Exchange (NYSE) notiert werden – ein bedeutender Schritt weg von der bisherigen Heimatbörse Euronext Amsterdam. UMG-Aktionäre erhalten laut den Transaktionsbedingungen insgesamt 9,4 Milliarden Euro (rund 10,85 Milliarden US-Dollar) in bar sowie 0,77 Anteile der neuen Aktie für jede gehaltene UMG-Aktie.
Ackmans Kritik an der bisherigen Börsenperformance
Ackman begründet den Schritt mit mehreren Faktoren, die er für die Underperformance der UMG-Aktie verantwortlich macht. Dazu zählt er die Unsicherheit rund um die 18-prozentige Beteiligung der Bolloré-Gruppe an dem Unternehmen, die Verschiebung eines geplanten US-Börsengangs sowie eine nach seiner Einschätzung „suboptimale" Kommunikation und Interaktion mit den Aktionären. Der Milliardär argumentiert zudem, dass die Aktie aufgrund begrenzter Liquidität mit einem erheblichen Abschlag auf ihren inneren Wert gehandelt wird.
UMG gilt als das weltweit größte Musikunternehmen und steht hinter Platin-Künstlern wie Lady Gaga und Taylor Swift. Das Unternehmen wurde 2021 mit einer Erstbewertung von 46 Milliarden Euro an der Euronext Amsterdam an die Börse gebracht. Zuvor war UMG aus dem französischen Medienkonzern Vivendi ausgegliedert worden.
Hintergrund: Bolloré und die Vivendi-Ausgliederung
Im Zuge der Ausgliederung aus Vivendi behielt der Mehrheitsaktionär Vincent Bolloré eine Beteiligung im Wert von rund 5,9 Milliarden Euro an UMG. Die Bolloré-Gruppe hält damit weiterhin rund 18 Prozent an dem Musikriesen – eine Beteiligung, die Ackman als Quelle von Unsicherheit für Investoren identifiziert.
Ackman setzt sich bereits seit Längerem dafür ein, dass UMG seine Primärnotierung in die USA verlagert. Mit der nun angekündigten Übernahme durch Pershing Square würde dieses Ziel konkret umgesetzt. Für deutsche und europäische Anleger, die UMG-Aktien an der Euronext Amsterdam halten, bedeutet die Transaktion eine grundlegende Veränderung: Sie würden Aktionäre eines neu fusionierten, US-börsennotierten Unternehmens werden und erhalten zusätzlich eine substanzielle Barauszahlung.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen. Der angestrebte Abschluss bis Ende 2026 lässt einen ambitionierten, aber realistischen Zeitplan erkennen. Weitere Details zur Transaktion dürften in den kommenden Wochen folgen.
