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Gerüchte über Ansteckungsrisiken kehren in europäische Staatsanleihenmärkte zurück

Ein Ausverkauf weckt Erinnerungen an die Schuldenkrise vor 15 Jahren – Frankreich ist der klare Nachzügler.

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Gerüchte über Ansteckungsrisiken kehren in europäische Staatsanleihenmärkte zurück

Die Sorge vor einer Ansteckung ist in den europäischen Staatsanleihenmarkt zurückgekehrt. Händler beobachten derzeit aufmerksam mögliche Anzeichen einer Kontamination, nachdem ein Ausverkauf Erinnerungen an die Schuldenkrise der Region vor rund 15 Jahren wachgerufen hat. Das berichtet Bloomberg Europe. Die Parallelen zur damaligen Krise sind es, die viele Marktteilnehmer derzeit besonders wachsam machen.

Bis zur vergangenen Woche hatten sich die Anleihen der Euro-Länder noch weitgehend parallel entwickelt. Dieser Gleichlauf war das Ergebnis eines Energieschocks, der Inflationsängste schürte und die Zentralbank des Währungsraums zu Zinserhöhungen zwang. Solange die Notenbank mit einer geldpolitischen Straffung auf breiter Front reagierte, bewegten sich die Renditen der einzelnen Mitgliedstaaten im Gleichschritt – ein Umfeld, in dem sich die Bonitätsunterschiede zwischen den Emittenten kaum in den Kursen niederschlugen.

Mit dem jüngsten Ausverkauf scheint sich dieses Muster jedoch zu verändern. Statt eines gemeinsamen Trends rücken nun wieder die länderspezifischen Risiken in den Vordergrund. Genau diese Differenzierung war es, die in früheren Krisenphasen zur Gefahr für den gesamten Markt werden konnte, wenn sich Kapital aus schwächeren Schuldnern zurückzog und die Zinslast dort weiter stieg.

Frankreich als klarer Nachzügler

Besonders deutlich zeigt sich die neue Spreizung an Frankreich. Das Land war zuletzt der klare Nachzügler unter den Euro-Anleihen. Als Gründe nennt die Quelle Haushaltsstreitigkeiten sowie eine umstrittene Wahl, die die globalen Gegenwinde zusätzlich verstärkten. Damit summierten sich hausgemachte politische Belastungen und ein ohnehin schwieriges internationales Umfeld zu einem doppelten Druck auf die französischen Papiere.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung relevant, weil Staatsanleihen aus dem Euroraum traditionell als vergleichsweise sichere Anlage gelten. Zeigt sich jedoch eine sogenannte Ansteckung – also die Übertragung von Risikoaufschlägen eines Landes auf andere –, kann sich das auf die Bewertung ganzer Portfolios auswirken. Wer etwa über Rentenfonds in europäische Staatsanleihen investiert ist, spürt solche Verschiebungen unmittelbar in den Kursen.

Der Begriff der Ansteckung stammt aus der Zeit der europäischen Schuldenkrise und beschreibt das Phänomen, dass Vertrauensverluste bei einem Staat auf andere Länder überspringen. Die aktuelle Situation ist bislang eine Frage der Wachsamkeit der Händler, nicht der Gewissheit über eine solche Übertragung. Dennoch gilt: Solange sich die Renditen der Euro-Länder nicht mehr parallel bewegen, wächst die Gefahr, dass sich einzelne Marktsegmente voneinander abkoppeln.

Ob aus der Skepsis der Händler eine echte Krise wird, hängt davon ab, ob sich die Differenzierung weiter verstärkt. Der Markt beobachtet daher sehr genau, ob sich die Ansteckungsgerüchte bestätigen oder ob sich die Kurse wieder angleichen. Für Anleger bleibt es ratsam, die Spreads – also die Zinsabstände zwischen den einzelnen Euro-Anleihen – im Blick zu behalten.

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