ANZEIGE

Frühruhestand mit 56: Ist die IRA-Aufteilung 80/20 optimal?

Ein 56-Jähriger mit 3,5 Millionen Dollar Ersparnissen plant den vorzeitigen Ruhestand – und fragt sich, ob seine Kontenstruktur stimmt.

2 Min
Frühruhestand mit 56: Ist die IRA-Aufteilung 80/20 optimal?

Ein 56-jähriger Anleger steht vor einer Frage, die viele gut situierte Amerikaner kennen: Ist die Aufteilung seiner Altersvorsorge zwischen einem traditionellen IRA und einem Roth-IRA wirklich optimal? Mit einem Gesamtvermögen von 3,5 Millionen US-Dollar – davon 2,5 Millionen auf Rentenkonten – plant er den vorzeitigen Ruhestand und stellt fest, dass dabei viele sogenannte „Luxusprobleme" zu lösen sind.

Von seinen Rentenersparnissen befinden sich 80 Prozent in einem traditionellen IRA und 20 Prozent in einem Roth-IRA. Der Unterschied zwischen beiden Kontentypen ist für deutsche Leser erklärungsbedürftig: Beim traditionellen IRA werden Einzahlungen steuerlich begünstigt, Auszahlungen im Rentenalter jedoch voll versteuert. Beim Roth-IRA hingegen erfolgen Einzahlungen aus bereits versteuertem Einkommen – Auszahlungen im Ruhestand sind dafür steuerfrei. Die Frage nach der richtigen Gewichtung ist also im Kern eine Steuerfrage.

Die Rolle des Finanzplaners

Der Anleger verfügt bereits über einen erfahrenen Steuerberater und einen Anlageberater, zu denen er langjährige Vertrauensbeziehungen pflegt. Dennoch erwägt er, zusätzlich einen zertifizierten Finanzplaner (Certified Financial Planner, CFP) hinzuzuziehen, um einen umfassenden Ruhestandsplan zu erstellen. Ein CFP ist in den USA ein staatlich anerkannter Finanzplanungsexperte, der ganzheitliche Finanz- und Ruhestandsstrategien entwickelt.

Das Problem: Der CFP, mit dem er ein erstes Gespräch führte, stellte eine Bedingung. Er sei zwar bereit, einen Finanzplan zu erstellen, verlange dafür jedoch, dass der Anleger seine bestehende Anlagebeziehung zu ihm verlagert. Der Anleger stellt daraufhin die berechtigte Frage, ob ein CFP und ein bestehender Anlageberater nicht auch Hand in Hand arbeiten könnten – ohne einen vollständigen Wechsel zu erzwingen.

Was steckt hinter der Forderung des CFP?

Diese Konstellation ist in der Finanzberatungsbranche nicht ungewöhnlich. Viele CFPs arbeiten als sogenannte „Fee-based"- oder „Fee-only"-Berater und verdienen ihre Vergütung entweder durch direkte Honorare oder durch Provisionen auf verwaltete Vermögen. Wer auf Basis des verwalteten Vermögens vergütet wird, hat naturgemäß ein Interesse daran, das Kapital des Kunden selbst zu verwalten – und nicht nur beratend tätig zu sein.

Für den Anleger bedeutet das: Er muss abwägen, ob er seine bewährten Beraterbeziehungen aufgeben möchte, um einen integrierten Ruhestandsplan zu erhalten. Alternativ könnte er gezielt nach einem CFP suchen, der ausschließlich auf Honorarbasis arbeitet und keine Vermögensverwaltung anbietet – und damit keine Interessenkonflikte mit bestehenden Beratern hat.

Relevanz für deutsche Anleger

Auch wenn IRA-Konten ein spezifisch amerikanisches Instrument sind, ist die Grundfrage universell: Wie strukturiere ich meine Altersvorsorge steuerlich optimal, und welche Berater brauche ich dafür wirklich? In Deutschland stellen sich ähnliche Fragen rund um die Aufteilung zwischen gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Depots.

Das Thema wurde von Quentin Fottrell aufgegriffen, Managing Editor für Ratgeber-Kolumnen bei MarketWatch und Kolumnist der Rubrik „The Moneyist". Seine Kolumne befasst sich regelmäßig mit persönlichen Finanzfragen amerikanischer Leser – von Ruhestandsplanung bis hin zu Erbschaftsstrategien.

FrühruhestandIra Roth-Ira AufteilungAltersvorsorge UsaCertified Financial PlannerRuhestandsplanungTraditioneller IraFinanzberater Wechsel

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  5. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien

Disclaimer