Flughafen München kämpft mit Verspätungen
Sicherheitskontrollen und Umsteigezeiten belasten Passagiererfahrung und Airlines

Der Flughafen München sieht sich aktuell mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, die sich negativ auf die Pünktlichkeit und den Service auswirken. Besonders während der Reisewellen, wie dem Brückentag und dem Oktoberfest, kommt es häufig zu langen Wartezeiten an Sicherheitskontrollen und Gepäckbändern. Diese Situation hat nicht nur die Passagiere frustriert, sondern auch die Lufthansa, den größten Nutzer des Flughafens, dazu veranlasst, seine zukünftigen Wachstumspläne zu überdenken. Der CEO von Lufthansa, Carsten Spohr, äußerte jüngst Unmut über die Pünktlichkeit des Münchener Flughafens und kündigte an, dass fünf A350-Maschinen im kommenden Jahr nach Frankfurt verlegt werden könnten, wenn sich die Situation nicht verbessert.
Flughafenchef Jost Lammers hat die Kritik von Lufthansa als überraschend und unverständlich bezeichnet. Er verweist darauf, dass der Flughafen München in der Gesamtheit auf Augenhöhe mit anderen europäischen Drehkreuzen sei, auch wenn man derzeit mit einem Anstieg der Passagierzahlen von zehn Prozent zu kämpfen habe. Das Management betont, dass die Sicherheitsschleusen am Flughafen München, die von der bayerischen Staatsregierung betrieben werden, aufgrund von Umbauten noch nicht die volle Kapazität erreichen. Diese Umbauten, die moderne CT-Scanner einführen sollen, werden voraussichtlich bis zum Sommer 2025 abgeschlossen sein und eine Kapazitätssteigerung von 30 Prozent mit sich bringen.
Ein weiteres Problem sind die Umsteigezeiten, die laut Lammers oft zu ambitioniert angesetzt sind. Passagiere berichten regelmäßig von Stress und Verspätungen beim Umsteigen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, arbeitet eine spezielle Taskforce an der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr konnten 1500 neue Stellen besetzt werden, und seit Jahresbeginn wurden 560 Mitarbeiter im Bodenverkehrsdienst eingestellt. Dabei wird auch in Sprachkurse investiert, um die Integration ausländischer Mitarbeiter zu fördern.
Dennoch bleibt der Flughafen von äußeren Einflüssen wie dem Wetter betroffen. Häufige Gewitter und Unwetterereignisse führen dazu, dass die Abfertigung eingestellt werden muss, was wiederum die Pünktlichkeit beeinträchtigt. Lammers hebt hervor, dass 80 Prozent der Verspätungen nicht im Einflussbereich des Flughafens liegen, sondern bei den Airlines oder Dienstleistern. Trotz dieser Schwierigkeiten setzt sich das Flughafenmanagement dafür ein, die operative Performance zu steigern und den hohen Standards, die mit der Fünf-Sterne-Auszeichnung verbunden sind, gerecht zu werden.
