Boeing zieht Angebot im Tarifstreit zurück
Streikende Mitarbeiter fordern höhere Löhne und Rückkehr zur leistungsorientierten Rente

Boeing hat sein zuletzt verbessertes Angebot im Tarifstreit mit den streikenden Arbeitern zurückgezogen und die Verhandlungen abgebrochen. Der US-Flugzeughersteller begründete diesen Schritt damit, dass die Gewerkschaft keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt habe. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Gehaltserhöhung von 40 Prozent über vier Jahre. Boeing hatte zuvor ein Lohnplus von 30 Prozent angeboten, das jedoch von den Arbeitern abgelehnt wurde. Es ist der erste Streik seit über 16 Jahren, der dem Unternehmen bereits hohe Kosten verursacht.
Seit 26 Tagen kämpfen die Mitarbeiter von Boeing für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Von dem Streik ist insbesondere die Produktion in Seattle betroffen, wo das beliebte Modell 737 sowie der Langstreckenjet 777 gebaut werden. Vor allem bei der 737 hat Boeing bereits Probleme, die Lieferungen fristgerecht an die Fluggesellschaften auszuliefern. Boeing hatte den Streikenden ein verbessertes Angebot unterbreitet, das jedoch aus Sicht der Gewerkschaft nicht ausreichte. Die Arbeiter verlangen neben der Gehaltserhöhung auch die Wiederherstellung einer leistungsorientierten Rente, die vor rund zehn Jahren gestrichen worden war.
Der Streik verursacht dem Unternehmen erhebliche finanzielle Belastungen. Analysten schätzen, dass der Arbeitsausstand Boeing täglich rund 100 Millionen US-Dollar kostet. Das Unternehmen hatte bereits Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen, darunter einen Einstellungsstopp und Kürzungen im Reisebudget. Zudem hat Boeing einige seiner Mitarbeiter vorübergehend beurlaubt. Auch die Führungskräfte des Unternehmens haben Gehaltskürzungen für die Dauer des Streiks akzeptiert.
Die Auswirkungen des Streiks haben inzwischen auch zu einer negativen Kreditbeobachtung durch die Ratingagentur S&P Global Ratings geführt. Das bisherige Triple-B-Rating des Unternehmens wurde auf „CreditWatch“ gesetzt, was eine Herabstufung bei anhaltendem Streik in Aussicht stellt. Für Boeing bedeutet dies ein erhöhtes finanzielles Risiko, das die Erholung der Cashflow-Generierung weiter erschweren könnte. Eine mögliche Herabstufung würde die Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens deutlich einschränken.
