Flottenumbau bei Lufthansa
Lieferprobleme und Pünktlichkeitssorgen zwingen zu neuen Strategien

Lufthansa steht vor erheblichen Herausforderungen, die die Umstrukturierung ihrer Flotte erfordern. Lieferprobleme mit Boeing und Pünktlichkeitsprobleme am Flughafen München zwingen das Unternehmen dazu, seine Pläne anzupassen. Der Lufthansa-Chef Carsten Spohr äußerte seinen Frust über die wiederholten Verzögerungen bei der Lieferung des Langstreckenjets 777X, die ursprünglich für Ende 2025 vorgesehen waren. Intern wird jedoch bezweifelt, dass diese Termine eingehalten werden können, da Boeing aufgrund von Fertigungsproblemen und notwendigen Testflügen nicht in der Lage ist, die versprochenen Flugzeuge zu liefern. Dies führt dazu, dass Lufthansa gezwungen ist, weiterhin ältere Flugzeuge zu betreiben, die bereits lange über ihren ursprünglichen Lebenszyklus hinausfliegen.
Aktuell fliegt Lufthansa mit 23 veralteten Langstreckenflugzeugen, während die geplante Anzahl moderner Jets um 41 reduziert wurde. Spohr bestätigte, dass diese alten Flugzeuge sicher sind, jedoch die Fluggäste über die häufigen Defekte und den mangelnden Komfort verärgert sind. Parallel zu den Problemen mit der Flotte kämpfen die Münchener mit erheblichen Pünktlichkeitsproblemen, was dazu führt, dass der Flughafen der Lufthansa-Gruppe in Europa der unzuverlässigste ist. Die hohe Lebenshaltungskosten in der Region erschweren es, qualifizierte Mitarbeiter für die offenen Stellen zu gewinnen.
Um die Situation zu verbessern, plant die Lufthansa-Führung, einige Airbus A350-900 von München nach Frankfurt zu verlagern, um das Wachstum in München zu reduzieren. Dies stellt eine Abweichung von der bisherigen Struktur dar, in der die Langstreckenflotte in München auf Airbus- und in Frankfurt auf Boeing-Flugzeugen basiert. Trotz der Komplexität dieser Umstrukturierung sieht Spohr keine andere Möglichkeit, um die Pünktlichkeit zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu steigern.
Die Nachfrage nach Flügen, insbesondere nach Asien, bleibt hinter den Erwartungen zurück, was Lufthansa dazu veranlasst, die Verbindung von Frankfurt nach Peking zu überdenken. Dies geschieht vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen, die bereits zu Flugausfällen führen. Während der Superjumbo A380 ursprünglich aus dem Verkehr gezogen werden sollte, bleibt dieses Flugzeugmuster aufgrund seiner Beliebtheit und Stabilität vorerst im Einsatz. Lufthansa plant, den A380 weiterhin in München einzusetzen, und wird diesem Modell sogar eine neue Business-Klasse einführen, was den Passagieren zusätzliche Optionen bieten könnte.
