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Fitch senkt Ausblick für Frankreich

Hohe Schulden, politische Instabilität und steigende Finanzierungskosten belasten die Eurozone

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Fitch senkt Ausblick für Frankreich

Frankreich muss sich auf höhere Kosten für neue Schulden einstellen. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit des Landes von AA- auf A+ gesenkt und verweist auf die hohen Belastungen im Staatshaushalt sowie die politische Instabilität. Damit wird es für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schwieriger, sich über Staatsanleihen frisches Kapital zu beschaffen. Die Entscheidung fällt inmitten einer Haushaltskrise, in der sich die Regierung bereits schwer damit tut, die Vorgaben der Europäischen Union einzuhalten.

Die Staatsverschuldung Frankreichs beträgt rund 3,3 Billionen Euro und ist damit die höchste innerhalb der EU. Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt die Quote bei 114 Prozent, nur Griechenland und Italien weisen noch höhere Werte auf. Auch die Staatsausgaben zählen zu den größten in Europa. Beobachter befürchten, dass die schwache Entwicklung der französischen Finanzen die ohnehin geringe Dynamik der Eurozone zusätzlich belasten könnte.

Fitch begründet die Abstufung mit der Erwartung weiter steigender Schulden und einem geringen Vertrauen in mögliche Reformen. Das Land sei innenpolitisch tief gespalten, seit Mitte 2024 habe es bereits drei verschiedene Regierungen gegeben. Der Vorlauf zur Präsidentschaftswahl 2027 schränke die Handlungsspielräume zusätzlich ein, und eine politische Blockade sei auch nach der Wahl wahrscheinlich. Erst vor wenigen Tagen war Premierminister François Bayrou nach einer verlorenen Vertrauensfrage zurückgetreten. Seine Minderheitsregierung hielt nur neun Monate.

Das Haushaltsdefizit Frankreichs lag zuletzt bei 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und überschritt damit deutlich die im EU-Stabilitätspakt festgelegte Grenze von drei Prozent. Schon im Sommer 2024 hatte die EU-Kommission deshalb ein Defizitverfahren eröffnet. Auf den Finanzmärkten wuchsen zuletzt die Sorgen, dass die Verschuldung außer Kontrolle geraten könnte. Die Risikoaufschläge für französische Anleihen sind gestiegen, die Rendite zehnjähriger Titel liegt mittlerweile über der von Griechenland. Die Fitch-Entscheidung könnte diesen Trend noch verstärken.

Die Frage, ob die Europäische Zentralbank mit Anleihekäufen eingreifen wird, beschäftigt Investoren und Politiker gleichermaßen. Zwar halten viele Experten eine neue Euro-Schuldenkrise wie vor mehr als zehn Jahren für unwahrscheinlich, doch die Lage Frankreichs bleibt angespannt. Der neue Premierminister Sébastien Lecornu will die Kluft zwischen der politischen Situation und den Erwartungen der Bürger schließen.

Sein Vorgänger Bayrou hatte Einschnitte im Haushalt geplant, darunter die Streichung von Feiertagen, eine Verringerung der Zahl der Beamten und das Einfrieren von Sozialleistungen. Dagegen gab es massive Proteste. Bayrou reagierte nach der Fitch-Entscheidung mit scharfen Worten und sprach von Eliten, die die Wahrheit verweigerten. Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Nationalversammlung, Éric Coquerel, machte hingegen die politische Debatte selbst für die Abstufung verantwortlich und warnte, dass ein Festhalten an strikter Sparpolitik Frankreich noch tiefer in die Krise führen könnte.

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