Fed-Zinsentscheid, Krypto-Gesetz-Scheitern und Fords neue Lkw-Preise
Die US-Notenbank hebt erstmals seit 2007 die Zinsen an, während der Clarity Act im Senat scheitert.

Die Finanzmärkte blicken heute gespannt auf die US-Notenbank Federal Reserve. Es wird weithin erwartet, dass der Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren anhebt. Weniger klar ist jedoch, was Fed-Vorsitzender Kevin Warsh auf seiner anschließenden Pressekonferenz zum weiteren geldpolitischen Kurs sagen wird.
Die Märkte gehen fast sicher von einer Zinserhöhung aus, doch ist unklar, wie groß die Mehrheit im FOMC sein wird. Laut einer CNBC-Umfrage erwarten die Befragten, dass die Zentralbank die Zinsen im kommenden Jahr mindestens zweimal anheben wird. Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber vor einem Monat, als weniger als die Hälfte der Befragten überhaupt nur eine einzige Erhöhung prognostizierte.
Auswirkungen auf Verbraucher und Märkte
Für Verbraucher gibt es sowohl gute als auch schlechte Nachrichten: Eine Zinserhöhung könnte die Zinsen auf Sparkonten treiben, würde aber auch die Kreditkosten für Konsumentenkredite erhöhen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg gestern auf ihr höchstes Niveau seit 2007, während die Händler die Entscheidung am Nachmittag abwarteten. Der Benchmark-Wert ist heute Morgen kaum verändert.
Die Aktienmärkte haben diese Woche zwei verlustreiche Sitzungen in Folge verbucht. Dies signalisiert, dass Anleger ihre Exposition im Vorfeld der Fed-Ankündigung reduzieren. Die Aktien-Futures stehen heute Morgen jedoch im Plus, und die drei großen Indizes erholen sich von den jüngsten Verlusten.
Krypto-Gesetz im Senat gescheitert
Der Senat hat gestern dafür gestimmt, den Fortschritt des Clarity Act zu stoppen. Der kryptofokussierte Gesetzentwurf ist damit trotz monatelanger Verhandlungen auf dem Capitol Hill ins Stocken geraten. Republikanische Führer hatten am Sonntag eine neue Version des Gesetzentwurfs veröffentlicht, die ethische Beschränkungen beinhaltete. Diese konzentrierten sich darauf, dass öffentliche Amtsträger nicht von Krypto-Geschäften profitieren dürfen.
Dies schien jedoch nicht auszureichen: Demokraten erklärten, sie hätten das Gefühl, dass republikanische Verhandlungsführer ihre Forderungen nach Maßnahmen zur Adressierung von krypto-bezogenen Einnahmen von Präsident Donald Trump und seiner Familie nicht erfüllt hätten. Das Scheitern des Gesetzes, die verfahrensrechtliche Hürde zu nehmen, ist ein klarer Schlag für die Krypto-Branche. Nun muss die Branche voraussichtlich bis nächstes Jahr warten, um auf klarere Regulierung hoffen zu können.
KI-Debatte spaltet Tech-Führungskräfte
In der Technologiebranche zeichnet sich eine tiefe Spaltung ab. Nvidia-CFO Jensen Huang stellte sich gegen den Aufruf von Anthropic-CFO Dario Amodei nach Kartellrechtsausnahmen, um KI-Unternehmen zu koordinieren und die Entwicklung zu verlangsamen. In einem Interview mit Jim Cramer von CNBC nannte Huang einen solchen Schritt „völlig unnötig".
OpenAI-CFO Sarah Friar zeigte sich gegenüber CNBC ebenfalls gelassen: „Selbst wenn wir heute aufhören, ist die Menge an Intelligenz, die weltweit verfügbar ist, massiv", sagte Friar. Die Debatte spaltet die Branche in zwei Lager: Auf der einen Seite stehen Präsident Donald Trump, Nvidias Huang und der ehemalige Krypto-Kommissar des Weißen Hauses David Sacks. Auf der anderen Seite positionieren sich Amodei von Anthropic, OpenAI-CFO Sam Altman und Elon Musk.
Ölpreise und geopolitische Spannungen
Energieminister Chris Wright bezeichnete die Schließung der lebenswichtigen Ölpipeline Saudi-Arabiens als eine „kurze und vorübergehende Unterbrechung", die „in Tagen gemessen" werde. Satellitenbilder deuten jedoch auf Schäden an einer der Pumpstationen der Pipeline hin, was einige Experten zu der Prognose veranlasst, dass Reparaturen Monate dauern könnten.
Trotz der Beruhigungsversuche von Wright schlossen die US-Rohölpreise am Dienstag erstmals seit Mai über 105 Dollar pro Barrel. Die WTI-Preise sind heute Morgen niedriger, nachdem ein Bericht veröffentlicht wurde, dass die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche gestiegen sind.
Der Krieg im Iran hat das Pentagon bis zum 1. August 38,1 Milliarden Dollar gekostet, was durchschnittlich 246 Millionen Dollar pro Tag entspricht, wie das Congressional Budget Office gestern mitteilte. Die parteiunabhängige Agentur schätzte, dass jeder zusätzliche Monat der Kämpfe zusätzliche Kosten in Höhe von zwei bis drei Milliarden Dollar verursachen könnte.
Ford senkt Preise für F-150-Modelle
Der Automobilhersteller Ford senkt den Einstiegspreis seiner F-150-Performance-Modelle für die 2027er Baureihe und erweitert zudem die Verfügbarkeit von V-8-Motoren. Die Preise bleiben dennoch hoch: Der 2027 Ford F-150 Raptor startet bei 77.800 Dollar, während der 2027 Tremor bei 62.400 Dollar beginnt.
General Motors gab unterdessen bekannt, dass der Chevrolet Silverado und der GMC Sierra die ersten Fahrzeuge sein werden, die die neue Software-Erfahrung für Information und Unterhaltung im Fahrzeug erhalten. Der Rollout soll später in diesem Jahr beginnen.
Wirtschaftsdaten: Einkommen gestiegen, Armut gesunken
Ein neuer Bericht des Census Bureau zeigte, dass das Einkommen der Amerikaner im letzten Jahr gestiegen und die Armut gesunken ist. Das reale mittlere Haushaltseinkommen lag bei 87.460 Dollar.
