ANZEIGE

Schweizer Parlament stimmt über UBS-Bankenregulierung ab

Parlamentarier fordern Rückverweisung der neuen UBS-Regulierung an die Bundesregierung.

2 Min
Schweizer Parlament stimmt über UBS-Bankenregulierung ab

Eine Gruppe Schweizer Parlamentarier unterstützt einen Antrag, die neuen Bankenregulierungen für die UBS Group AG vor der Abstimmung am Donnerstag im Ständerat an die Bundesregierung zurückzuverweisen. Die Abstimmung wird sich mit einem Kompromiss befassen, der im vergangenen Monat zu einem Gesetzentwurf erzielt wurde.

Der Kompromiss würde für die UBS eine geringere Kapitalanforderung vorsehen als ursprünglich vom Schweizer Bundesrat vorgeschlagen. Die Regierung hatte die Maßnahmen zur Stärkung der Banken nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 ins Leben gerufen, der zu deren Übernahme durch die UBS führte.

Hintergrund der Regulierungsdebatte

Die UBS hat erklärt, dass der Plan der Regierung, die vollständige Absicherung ihrer ausländischen Niederlassungen mit Common-Equity-Tier-1-Kapital (CET1) zu fordern, überzogen sei. Die Bank argumentiert, dass dies sie im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern benachteiligen würde.

Die Regierung hat dargelegt, dass ihr umfassender Vorschlag zur Bankenreform dazu führen würde, dass die einzige verbliebene globale Bank der Schweiz zusätzliches CET1-Kapital in Höhe von 20 Milliarden Dollar vorhalten müsste. Dies wäre eine erhebliche Belastung für die Kapitalstruktur der Großbank.

Kompromissvorschlag des Ständeratsausschusses

Im vergangenen Monat hat ein Ausschuss des Ständerats einen Kompromiss gebilligt, der es der UBS ermöglichen würde, Additional-Tier-1-Kapital (AT1) in Höhe von 13 Milliarden Dollar zur Abdeckung ihrer ausländischen Niederlassungen zu verwenden. Dies stellt eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglichen Forderungen der Regierung dar.

Die Nationalrätin Andrea Caroni von der Mitte-rechts-liberalen Partei hat am Montag einen Antrag eingebracht, wonach das Parlament die Bankenlegislation an den Bundesrat zurücküberweisen soll. Damit könnte der gesamte Gesetzgebungsprozess neu aufgerollt werden.

Bedeutung für den Finanzplatz Schweiz

Die Entscheidung des Parlaments ist von großer Tragweite für den Finanzplatz Schweiz. Nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse und der anschließenden Übernahme durch die UBS ist die Bank nun die einzige systemrelevante Großbank des Landes. Die Regulierung muss einerseits die Stabilität des Finanzsystems gewährleisten, andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der UBS im internationalen Vergleich erhalten.

Die Debatte zeigt die schwierige Balance zwischen Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit, vor der die Schweizer Politik steht. Die Abstimmung am Donnerstag wird richtungsweisend sein für die künftige Ausgestaltung der Bankenregulierung in der Schweiz.

UBSBankenregulierungSchweizStänderatCET1AT1Credit SuisseKapitalanforderungen

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  3. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  4. Marktdissonanz: Die historische Umschichtung von Anleihen in Aktien
  5. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück

Disclaimer