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Fed-Dissidentin Hammack: Lockerungstendenz bei Zinsen nicht mehr angemessen

Fed-Mitglied Hammack stimmte gegen die FOMC-Erklärung und warnt vor Aufwärtsrisiken bei der Inflation.

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Fed-Dissidentin Hammack: Lockerungstendenz bei Zinsen nicht mehr angemessen

Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, hat sich klar gegen die aktuelle Kommunikationsstrategie der US-Notenbank positioniert. Sie stimmte am Mittwoch gegen die geldpolitische Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC), mit der der Leitzins unverändert in der Zielspanne zwischen 3,5 % und 3,75 % belassen wurde. Ihr Widerspruch richtet sich nicht gegen die Zinsentscheidung selbst, sondern gegen die Formulierungen in der Erklärung.

Hammack begründete ihr Nein damit, dass die beibehaltenen Formulierungen eher auf „eine Pause als auf ein Ende des Lockerungszyklus" hindeuteten. „Ich halte diese klare Tendenz zur Lockerung angesichts der Aussichten nicht mehr für angemessen", erklärte sie in einer offiziellen Mitteilung. Damit sendet sie ein deutliches Signal: Die Fed sollte aus ihrer Sicht keine weitere Zinssenkung in Aussicht stellen.

Inflation und Arbeitsmarkt im Fokus

Als Begründung für ihre abweichende Haltung nannte Hammack konkrete wirtschaftliche Risiken. Sie sieht Aufwärtsrisiken für die Inflation und gleichzeitig Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt. Besonders besorgniserregend sei, dass der Inflationsdruck „breit angelegt" sei. Zudem stellte sie fest, dass „steigende Ölpreise eine zusätzliche Quelle für Inflationsdruck darstellen".

Hammack betonte außerdem, dass „die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten im Jahr 2026 zugenommen hat und den künftigen Kurs der Geldpolitik ungewisser macht". Diese Einschätzung unterstreicht, wie schwierig das Umfeld für geldpolitische Entscheidungen derzeit ist. Die Kombination aus hartnäckiger Inflation und einem potenziell schwächelnden Arbeitsmarkt stellt die Fed vor ein klassisches Dilemma.

Ungewöhnlich zerstrittene Abstimmung im FOMC

Hammacks Gegenstimme war Teil einer bemerkenswert uneinheitlichen Abstimmung innerhalb des FOMC. Insgesamt vier Mitglieder wichen vom Konsens ab – ein ungewöhnlich hoher Wert, der die internen Spannungen innerhalb der US-Notenbank verdeutlicht. Neben Hammack stimmten auch die Präsidenten der regionalen Notenbanken von Minneapolis und Dallas gegen die FOMC-Erklärung, da diese weiterhin Formulierungen enthielt, die auf eine künftige Lockerung hindeuteten.

In die entgegengesetzte Richtung votierte Fed-Gouverneur Stephen Miran: Er stimmte abweichend für eine Zinssenkung. Damit spiegelt das FOMC derzeit zwei gegensätzliche Lager wider – jene, die eine weitere Lockerung für verfrüht halten, und jene, die bereits jetzt eine Senkung befürworten.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Geldpolitik der Fed beeinflusst maßgeblich die globalen Kapitalmärkte, Wechselkurse und damit auch die Rahmenbedingungen für europäische Unternehmen und Investoren. Eine länger restriktive Haltung der Fed könnte den US-Dollar stützen und Druck auf risikoreiche Anlageklassen ausüben.

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