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Fed-Chef Musalem: Straffere Geldpolitik zur Senkung der Inflation erforderlich

Der Präsident der Fed von St. Louis fordert weitere Zinserhöhungen, um die Inflation wieder auf das 2-Prozent-Ziel zu bringen.

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Fed-Chef Musalem: Straffere Geldpolitik zur Senkung der Inflation erforderlich

Der Präsident der Federal Reserve von St. Louis, Alberto Musalem, hat sich für eine weitere Straffung der US-Geldpolitik ausgesprochen. Die US-Notenbank werde erneut Zinssätze anheben müssen, um die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 Prozent zu bringen, sagte Musalem am Donnerstag bei einer Veranstaltung von Bloomberg in New York. Zu den konkreten Schritten bei der nächsten Sitzung Ende des Monats wollte er sich allerdings nicht äußern.

„Um die Inflation in angemessener Zeit wieder auf das Zielniveau zu bringen, ist eine weitere Straffung der Geldpolitik erforderlich“, sagte Musalem. „Wenn ein angemessener Zeitraum etwa 18 Monate beträgt, deutet dies darauf hin, dass die Zinsen in den nächsten sechs bis neun Monaten in einem geeigneten Zeitrahmen weiter steigen sollten“, fügte er hinzu. Damit skizzierte der Notenbanker einen Zeitplan, der über die kommenden Monate hinausreicht.

Musalem ist in diesem Jahr kein stimmberechtigtes Mitglied des zinsfestlegenden Federal Open Market Committee (FOMC). Auf die Frage, ob die Fed ihre Zinsen bei der Sitzung vom 27. und 28. Oktober erhöhen sollte, ging er nicht direkt ein. „Ich gehe mit sehr offenem Geist in jede Sitzung und habe keine Vorurteile darüber, wie das Ergebnis dieser Sitzung aussehen wird oder was ich dort tun werde“, sagte er. Die allgemeine Richtung der Inflation veranlasse die Notenbank jedoch, über eine weitere Straffung der Politik nachzudenken.

Markt erwartet Zinspause im Oktober

Die Finanzmärkte rechnen derzeit mehrheitlich damit, dass die Fed ihren Leitzins im Bereich von 3,75 bis 4,00 Prozent bei der Oktober-Sitzung unverändert lässt. Die Fed hatte ihre Zinsen bereits bei ihrer Sitzung am 15. und 16. September angehoben, um die hohen Inflationsraten wieder auf das Ziel zu bringen. Die politischen Entscheidungsträger hatten bei dieser Sitzung zudem einen weiteren Zinsanstieg bis Ende dieses Jahres eingeplant.

Händler hatten lange starke Chancen für einen Zinsanstieg im Oktober eingepreist. Dies änderte sich, nachdem der Präsident der Federal Reserve von New York, John Williams, in der vergangenen Woche sagte, es bestehe keine Dringlichkeit zu handeln, während die Fed eingehende Daten abwägt. Der stellvertretende Vorsitzende der Fed, Philip Jefferson, schloss sich dieser Einschätzung an und erklärte, er sehe keinen unmittelbaren Bedarf, die Zinsen zu erhöhen. Es wird nun erwartet, dass die Fed ihren nächsten Zinsanstieg im Dezember vornimmt.

In seinen Ausführungen bezeichnete Musalem die Inflation als das Hauptproblem der Wirtschaft angesichts starken Wachstums und eines stabilen Arbeitsmarktes. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Fed die Inflation wahrscheinlich senken könne, ohne die Einstellung von Mitarbeitern zu beeinträchtigen. Die Rückführung der Inflation auf das 2-Prozent-Ziel wäre aus seiner Sicht allgemein hilfreich.

Musalem: Finanzbedingungen bleiben expansiv

Musalem merkte zudem an, dass die Finanzbedingungen selbst mit dem bemerkenswerten Anstieg der Staatsanleihezinsen weiterhin expansiv sind und das Wirtschaftswachstum unterstützen. Der Anstieg der Renditen signalisiere nicht, dass Investoren ihr Vertrauen in die Fed verlieren. Stattdessen seien die Renditen aufgrund der Erwartung gestiegen, dass die Realzinsen in einer starken Wirtschaft steigen werden, die durch einen intensiven Wettbewerb um Kapital gekennzeichnet ist. Starke Investitionen im Technologiesektor und große staatliche Finanzierungsbedürfnisse würden helfen, die Renditen hoch zu halten, sagte er.

Mit Blick auf die Fiskalpolitik äußerte sich Musalem kritisch. „Die US-Bundesregierung hat jetzt seit gut zwei Jahrzehnten einen nicht nachhaltigen fiskalischen Weg eingeschlagen“, sagte er. Er fügte hinzu, dass „das Risiko besteht“, dass hohe staatliche Kreditaufnahme Probleme für die Wirtschaft schaffen könnte. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in den USA von besonderer Bedeutung, da die US-Notenbank mit ihrer Geldpolitik die globalen Finanzmärkte und damit auch die Kapitalmarktzinsen in Europa maßgeblich beeinflusst.

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