EZB belässt Leitzinsen unverändert
Einlagensatz weiter bei 2,0 Prozent

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Zinsen in der Eurozone zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2,0 Prozent. Zuvor hatte die EZB nach sieben Leitzinssenkungen in Serie im Juli eine Zinspause eingelegt. Im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins noch bei 4,0 Prozent.
Die Verbraucherpreise im Euroraum stiegen im August um 2,1 Prozent nach jeweils 2,0 Prozent im Juli und Juni. Die Kerninflation – ohne Energie und Lebensmittel – lag im August bei 2,3 Prozent. Nach aktueller EZB-Einschätzung wird die Inflationsrate im Jahr 2025 bei 2,1 Prozent liegen; im Juni war die Notenbank noch von 2,0 Prozent ausgegangen.
Beim Wachstum meldete die Eurozone im zweiten Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet die EZB nun ein Plus von 1,2 Prozent, nach 0,9 Prozent in der Juni-Prognose.
Bei Sparangeboten sieht das Vergleichsportal Verivox eine Trendwende: Erstmals seit Februar 2024 seien die bundesweit verfügbaren Durchschnittszinsen für Tagesgeld wieder gestiegen – zuletzt auf 1,28 Prozent. Auch Festgeldzinsen legten über alle Laufzeiten zu, so Verivox.
Zur Lage in Frankreich äußerte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach dem Regierungssturz in Paris nicht. „Ich gebe keine Kommentare zu einzelnen Ländern ab“, sagte sie. Die Anleihemärkte der Eurozone „funktionierten geordnet“. Frankreich wies im vergangenen Jahr eine Schuldenquote von 113 Prozent des BIP und ein Haushaltsdefizit von 5,8 Prozent auf.
