ExxonMobil und Chevron erzielen Rekordgewinne im Raffineriegeschäft
Die Kraftstoffsparten der beiden größten US-Ölkonzerne verbuchen die höchsten Quartalsgewinne ihrer Geschichte.

Die beiden größten US-Ölkonzerne haben im dritten Quartal enorme Gewinne verbucht. ExxonMobil und Chevron profitierten dabei von den Störungen in den Energiemärkten, die nach dem Drohnenangriff auf große Ölraffinerien in Russland und im Nahen Osten entstanden sind. Besonders auffällig: Die Kraftstoffsparten beider Unternehmen erzielten ihre höchsten Quartalsgewinne aller Zeiten.
Die Konzerne produzierten Kraftstoffe für einen globalen Markt, der durch Versorgungsengpässe erschüttert wurde. Beide Unternehmen ergreifen nach Angaben der Quelle Maßnahmen, um ihre Dieselproduktion zu steigern. Hintergrund ist die Entwicklung der Dieselpreise, die in den USA im September Rekordwerte erreichten.
Die Aktien reagierten auf die Zahlen: ExxonMobil (Ticker XOM) legte um 2,16 Prozent zu, Chevron (Ticker CVX) um 1,75 Prozent. Die Kursgewinne unterstreichen, wie stark die Anleger auf die operative Entwicklung im Raffineriegeschäft schauen.
Die Raffineriemargen treiben das Ergebnis der beiden Ölriesen
Der entscheidende Treiber der Rekordergebnisse sind die Raffineriemargen. Bereits am 31.10.2026 berichtete aktien.news, dass ExxonMobil und Chevron im dritten Quartal zusammen einen Gewinn von 25,3 Milliarden Dollar erzielt haben. Getrieben wurde dieses Ergebnis von stark steigenden Raffineriemargen, die infolge des Iran-Krieges unter US-Präsident Donald Trump deutlich anzogen.
Zugleich warnten beide Konzerne, dass die Dieselknappheit bestehen bleibt. Hintergrund sind Angriffe im Nahen Osten und in Russland, die Raffinerieanlagen außer Betrieb gesetzt und Versorgungsengpässe verursacht haben. In der Folge stiegen die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin auf Rekordniveaus. Daran änderten nach Einschätzung der Quelle auch die Freigabe von Notreserven und die Lockerung der Beschränkungen für russische Exporte nichts.
Die Entwicklung ist damit kein kurzfristiges Phänomen einzelner Handelswochen. Sie resultiert aus einer anhaltenden Verwerfung auf der Angebotsseite, die sich über mehrere Quartale aufgebaut hat.
Bereits im Sommer zeichneten sich historische Ergebnisse ab
Die aktuelle Bilanz reiht sich in eine Serie außergewöhnlicher Quartale ein. Bereits am 31.07.2026 berichtete aktien.news, dass Amerikas größte Ölkonzerne ein historisches Quartal hinter sich hatten. ExxonMobil und Chevron meldeten Rekordergebnisse, nachdem der Iran-Krieg eine massive Verwerfung an den globalen Energiemärkten auslöste und die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Jahren trieb.
Damals schnitt die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman einen erheblichen Teil der weltweiten Treibstoffversorgung ab. ExxonMobil verzeichnete einen Gewinn von 14,5 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das war der höchste Wert seit dem Höhepunkt der Energiekrise, die durch Russlands Invasion in der Ukraine ausgelöst wurde.
Am 29.10.2026 berichtete aktien.news zudem, dass US-Präsident Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia versprach, dass die Benzinpreise sinken würden. Zugleich hob er die steigenden Gewinne aus den US-Ölexporten hervor. „Wir machen ein verdammt gutes Geschäft", sagte Trump – knapp acht Monate nach Beginn des Iran-Kriegs. Für Anleger rückte damit ein konkreter Termin in den Fokus: ExxonMobil und Chevron legten am Freitag ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vor.
Am 30.10.2026 folgte der nächste Bericht: Die US-Ölkonzerne legten für das dritte Quartal 2026 beeindruckende Rekordergebnisse vor, während sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärften. Die Ölpreise reagierten auf die drohende Konfrontation zwischen den USA und dem Iran mit deutlichen Zuwächsen. Brent-Futures für Dezember stiegen auf fast 118 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI um knapp 2 Prozent zulegte. Der globale Referenzwert steuerte damit auf den vierten monatlichen Gewinn in Folge zu.
Die Rekordgewinne hängen stark vom Raffineriegeschäft ab
Für Anleger in Deutschland ist die Nachricht in mehrfacher Hinsicht relevant. Erstens zeigt sie, wie stark die Gewinne der integrierten Ölkonzerne derzeit vom Raffineriegeschäft und damit von den Margen abhängen – und nicht allein vom Rohölpreis. Zweitens macht sie deutlich, dass geopolitische Konflikte die Gewinnentwicklung der großen Ölkonzerne derzeit begünstigen, während sie für Verbraucher und energieintensive Unternehmen eine Belastung darstellen.
Drittens ist die Dieselknappheit ein Faktor, der über den reinen Rohölpreis hinauswirkt. Die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin erreichten Rekordniveaus, und die Freigabe von Notreserven sowie die Lockerung der Beschränkungen für russische Exporte konnten daran nach Einschätzung der Quelle nichts ändern. Anleger sollten daher die Margenentwicklung im Raffineriegeschäft und die Meldungen zu Raffinerieausfällen aufmerksam verfolgen.
Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Die Kurse der beiden Aktien reagierten am Berichtstag positiv, was zeigt, dass der Markt die Ergebnisse bereits einordnet.
Beide Konzerne wollen ihre Dieselproduktion ausweiten
Beide Konzerne ergreifen Maßnahmen, um ihre Dieselproduktion zu steigern. Das ist die konkrete Reaktion auf die anhaltende Knappheit bei diesem Kraftstoff. Zugleich bleibt die Dieselknappheit nach Einschätzung der beiden Unternehmen bestehen.
Der weitere Verlauf hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten und in Russland entwickelt. Die Angriffe auf Raffinerieanlagen hatten die Versorgungsengpässe verursacht, und die Sperrung der Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman hatte bereits im Sommer einen erheblichen Teil der weltweiten Treibstoffversorgung abgeschnitten. Solange diese Faktoren bestehen, dürften die Raffineriemargen hoch bleiben – und damit auch die Ergebnisperspektive der beiden US-Ölriesen.
Drei Fachbegriffe aus dem Artikel lassen sich kurz einordnen
- Raffineriemarge: die Differenz zwischen dem Preis für Rohöl und dem Verkaufspreis der daraus hergestellten Produkte wie Benzin oder Diesel.
- Integrierter Ölkonzern: ein Unternehmen, das sowohl bei der Förderung von Rohöl als auch bei der Verarbeitung und dem Verkauf von Kraftstoffen tätig ist.
- Brent-Futures: Terminkontrakte auf die Nordseesorte Brent, die als globaler Referenzwert für den Ölpreis gilt.
- Notreserven: staatlich gehaltene Ölvorräte, die zur Dämpfung von Versorgungsengpässen freigegeben werden können.
