EU erwartet baldige US-Zollsenkung bei Stahl und Aluminium
Brüssel rechnet laut Bloomberg innerhalb weniger Wochen mit einer Entlastung im transatlantischen Handelsstreit.

Die Europäische Union erwartet, dass die USA ihre Zölle auf stahl- und aluminiumhaltige Waren in Kürze senken werden. Das berichtete Bloomberg News am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein solcher Schritt würde einen zentralen Streitpunkt in den transatlantischen Handelsbeziehungen entschärfen.
Wichtig dabei: Die geplanten Änderungen sollen laut Bloomberg ausschließlich Waren betreffen, die Stahl oder Aluminium als Verarbeitungsprodukt enthalten – nicht jedoch Metalle in Rohstoffqualität. Reuters konnte die Meldung bislang nicht unabhängig bestätigen. Dennoch sorgte der Bericht für Aufmerksamkeit an den Märkten.
Die Stahl- und Aluminiumzölle sind seit Jahren ein Dauerstreit zwischen Washington und Brüssel. Die USA hatten unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen entsprechende Abgaben eingeführt, die europäische Exporteure erheblich belasten. Für deutsche Industrieunternehmen, die Stahl und Aluminium in ihre Produkte einarbeiten, wäre eine Zollsenkung eine spürbare Entlastung.
Handelsabkommen bleibt ungewiss
Der potenzielle Fortschritt bei den Metallzöllen steht jedoch im Kontrast zu den schwierigeren Aussichten für ein umfassendes Handelsabkommen. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hat die Befugnisse der Regierung eingeschränkt, sogenannte reziproke Zölle auf Basis von Notstandsgesetzen zu verhängen. Das erschwert weitreichende Verhandlungen zwischen Washington und Brüssel erheblich.
Für die EU bleibt die Handelspolitik damit ein zweischneidiges Schwert: Zwar könnte eine Einigung bei Stahlzöllen kurzfristig Erleichterung bringen, doch strukturelle Fragen im transatlantischen Verhältnis bleiben offen. Brüsseler Unterhändler stehen vor der Herausforderung, punktuelle Fortschritte zu erzielen, ohne auf ein Gesamtpaket hoffen zu können.
