Edinburgh Worldwide Investment Trust: Saba scheitert erneut mit Übernahmeversuch
Der aktivistische Investor Saba unternimmt seinen dritten Versuch, den Verwaltungsrat des EWIT abzusetzen – bislang ohne Erfolg.

Der Machtkampf um den Edinburgh Worldwide Investment Trust (EWIT) geht in die nächste Runde. Der aktivistische Hedgefonds Saba Capital unternimmt bereits seinen dritten Versuch, den unabhängigen Verwaltungsrat des Trusts abzusetzen. Zwei vorangegangene Versuche – ein Anlauf zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung bei sieben Investment Trusts im Jahr 2025 sowie ein weiteres Verlangen im Januar 2026 – scheiterten beide Male. In beiden Fällen stimmten die Aktionäre für den Verbleib des bestehenden Verwaltungsrats und lehnten sämtliche Saba-Vorschläge ab.
Nun steht die Jahreshauptversammlung (AGM) des Trusts an, bei der Saba erneut versucht, eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat zu bringen. Der bestehende Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären ausdrücklich, gegen die Saba-Vorschläge zu stimmen und die amtierenden Mitglieder wiederzuwählen.
Sabas Pläne und die Risiken für Anleger
In jüngsten Gesprächen mit dem bestehenden Verwaltungsrat bestätigte Saba seinen Wunsch nach einem neuen Gremium, das voraussichtlich einen neuen Manager für den Trust ernennen würde – möglicherweise Saba selbst. Dies könnte weitreichende Konsequenzen haben: Eine Änderung des Anlagemandats wäre denkbar, einschließlich der Anlagephilosophie, der Anlageregionen, des Risikoniveaus und der Gebührenstruktur.
Der bestehende Verwaltungsrat warnt, dass die drei von Saba nominierten Personen keine Erfahrung in der Verwaltung britischer Investment Trusts oder in der Arbeit innerhalb britischer Regulierungsrahmen hätten. Zudem sei das vorgeschlagene neue Gremium nicht wirklich unabhängig. Anleger sollten daher sorgfältig abwägen, ob der Trust ihre Anlagebedürfnisse noch erfüllen würde, falls er unter eine neue Leitung gestellt und das Anlagemandat geändert würde.
Der Trust wird derzeit von Baillie Gifford verwaltet und bietet Anlegern Zugang zu einem Portfolio aus disruptiven und transformativen Unternehmen. Dazu zählen auch nicht börsennotierte Unternehmen wie SpaceX – die größte Position des Trusts – sowie PsiQuantum. Der Verwaltungsrat betont, dass dieser einzigartige Zugang zu frühphasigen Investitionsmöglichkeiten mit hohem Potenzial gefährdet wäre, sollte Saba die Kontrolle übernehmen.
Rückkaufangebot und starke Wertentwicklung
Um Aktionären in der aktuellen Unsicherheitsphase eine Ausstiegsmöglichkeit zu bieten, legte der Verwaltungsrat ein Rückkaufangebot (Tender Offer) vor. Dieses sollte Anlegern ermöglichen, ihre Anteile zu einem Preis nahe dem Fair Value zu veräußern – und gleichzeitig eine Beteiligung an SpaceX im Vorfeld eines möglichen Börsengangs in diesem Jahr zu halten. Bei einer Abstimmung am 10. April 2026 wurde der Vorschlag von den Aktionären jedoch knapp abgelehnt. Der Verwaltungsrat beabsichtigt nun, ein geändertes Rückkaufangebot vorzulegen.
Trotz des anhaltenden Machtkampfes kann der Trust eine beeindruckende Wertentwicklung vorweisen. In den zwölf Monaten bis Ende März 2026 erzielte der Aktienkurs eine Rendite von 38,2 Prozent, während der Nettoinventarwert (NAV) um 35,3 Prozent stieg. Beide Werte übertrafen die Benchmark des Trusts deutlich, die im gleichen Zeitraum um 21,0 Prozent zulegte. Der Verwaltungsrat hatte bereits 2024 eine umfassende Überprüfung durchgeführt, um eine vorangegangene Phase schwächerer Wertentwicklung zu adressieren.
Anleger sollten sich bewusst sein, dass Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen wie SpaceX mit höheren Risiken verbunden und weniger liquide sein können als Anlagen in börsennotierten Wertpapieren. Investitionen in kleinere Unternehmen erhöhen dieses Risiko zusätzlich. Die vergangene Wertentwicklung ist zudem kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.
