EasyJet-Übernahme: Apollo und Castlelake kämpfen bis zum 7. August
Der Bieterwettstreit um den britischen Billigflieger EasyJet erreicht diese Woche seinen entscheidenden Höhepunkt.

EasyJet steht vor einer wegweisenden Woche: Das britische Übernahmegremium (Takeover Panel) hat die sogenannte „Put up or shut up"-Frist für den Bieter Castlelake vom 3. August auf den 7. August verlängert. Damit gleicht die Frist nun jener von Apollo Global Management an, und beide Interessenten müssen bis zum selben Datum entscheiden, ob sie ein verbindliches Übernahmeangebot vorlegen.
EasyJet bestätigte zudem, dass sowohl Apollo als auch Castlelake seit dem letzten Angebot Zugang zur Due-Diligence-Prüfung erhalten haben. Diese Offenlegung interner Unternehmensdaten ist ein üblicher Schritt im Übernahmeprozess und signalisiert, dass beide Bieter ihre Angebote auf einer soliden Informationsbasis fundieren können.
Der aktuelle Stand im Bieterduell
Apollo Global Management hatte im Juli ein Übernahmeangebot in Höhe von 5,7 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 7,68 Milliarden US-Dollar) vorgelegt. EasyJet unterstützte dieses Angebot, das das frühere Gebot von Castlelake über 5,5 Milliarden Pfund übertraf. Die Differenz von 200 Millionen Pfund zwischen den beiden Angeboten zeigt, wie hart umkämpft der Deal ist.
Trotz der Unterstützung des EasyJet-Managements für Apollo ist der Ausgang des Bieterwettstreits noch offen. Ungeklärte Fragen zu Eigentümerstrukturen und Ausstiegsoptionen für Investoren erschweren laut Berichten den Weg zu einer endgültigen Einigung. Diese strukturellen Fragen sind im Übernahmerecht besonders komplex und können selbst bei grundsätzlicher Einigkeit über den Kaufpreis zu erheblichen Verzögerungen führen.
Schwieriges Quartal belastet EasyJet
Inmitten des Übernahmeprozesses kämpft EasyJet auch mit operativen Herausforderungen. Ende Juli meldete das Unternehmen einen Gewinneinbruch von 70 Prozent im dritten Quartal. Als Hauptursache nannte EasyJet den Iran-Krieg, der zu volatilen Treibstoffpreisen geführt und Reisende vorsichtiger gemacht hat.
Treibstoffkosten zählen zu den größten Kostenpositionen von Fluggesellschaften und können bei starken Preisschwankungen die Profitabilität erheblich belasten. Trotz des schwachen Quartals signalisierte EasyJet für die bevorstehende Hochsommersaison optimistischere Aussichten – ein wichtiges Signal für Investoren und potenzielle Käufer gleichermaßen.
Der Ausgang des Bieterverfahrens dürfte für den europäischen Luftfahrtmarkt richtungsweisend sein. EasyJet gehört zu den größten Billigfluggesellschaften Europas und ist auch für deutsche Reisende ein bedeutender Anbieter. Ob Apollo oder Castlelake am Ende den Zuschlag erhält, wird sich spätestens am 7. August zeigen.
