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Drohende Handelskonflikte unter Trump

Zölle, Inflation und ihre Folgen für die Weltwirtschaft und Europa

2 Min
Drohende Handelskonflikte unter Trump

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat in Tokio vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen der Zollpläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump gewarnt. Trump hatte angekündigt, Zölle auf ein breites Spektrum von Waren deutlich zu erhöhen, was laut Nagel einen Wendepunkt für die internationale Handelsordnung bedeuten könnte. Diese Maßnahmen könnten nicht nur Verwerfungen im Welthandel auslösen, sondern auch zu einem signifikanten Inflationsdruck führen, sollten betroffene Länder mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren.

Nagel erklärte, dass die Notenbanken bei einem solchen Szenario gezwungen wären, mit geldpolitischen Maßnahmen wie höheren Zinsen zu reagieren, um die Inflation einzudämmen. Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) könnte in der Pflicht stehen, ihren Kurs anzupassen. Die Stabilisierung der Inflationserwartungen und das Erreichen des Preisstabilitätsziels von 2,0 Prozent seien laut Nagel in einem solchen Umfeld von besonderer Bedeutung. Eine geoökonomische Fragmentierung, die durch Handelskonflikte begünstigt würde, könnte jedoch das Produktionswachstum weltweit bremsen und die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung schmälern.

Trump hat Zölle von mindestens zehn Prozent auf alle importierten Waren vorgeschlagen, um das Handelsdefizit der USA zu reduzieren. Wirtschaftsexperten warnen vor erheblichen Konflikten im Welthandel, die deutsche Wirtschaft könnte laut Nagel dabei Einbußen in Höhe von bis zu einem Prozent der Wirtschaftsleistung hinnehmen müssen. Dies verdeutlicht die Bedeutung internationaler Handelsbeziehungen für die deutsche Exportwirtschaft.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos äußerte ebenfalls Bedenken über die Auswirkungen der handelspolitischen Spannungen auf die Euro-Wirtschaft. Er betonte, dass diese Spannungen die strukturellen Probleme im Euroraum, wie die niedrige Produktivität und das schwache Potenzialwachstum, weiter verschärfen könnten. Die EZB hat in diesem Jahr bereits mehrmals die Leitzinsen gesenkt, zuletzt auf einen Einlagenzins von 3,25 Prozent, um den wirtschaftlichen Gegenwind abzumildern.

Für die kommende EZB-Sitzung am 12. Dezember rechnen Volkswirte mit einer weiteren Zinssenkung. Dies spiegelt die Herausforderungen wider, die durch die politischen Unsicherheiten und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken entstehen. Die internationalen Handelsbeziehungen stehen vor einer Bewährungsprobe, die weitreichende Folgen für die globalen und nationalen Wirtschaften haben könnte.

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