Deutschland nutzt KI – doch die Abhängigkeit wächst
Mehrheit fordert Eigenständigkeit und Investitionen in europäische Technologien

Die Nutzung Künstlicher Intelligenz hat in Deutschland deutlich zugenommen. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom verwenden mittlerweile zwei Drittel der Menschen ab 16 Jahren zumindest gelegentlich generative KI-Anwendungen. Im Sommer des Vorjahres lag dieser Anteil noch bei 40 Prozent. Die am häufigsten genutzten Anwendungen stammen dabei von OpenAI, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Google. Andere Anbieter wie Anthropic, Perplexity oder DeepSeek spielen bislang kaum eine Rolle im Alltag der Nutzerinnen und Nutzer.
Trotz der wachsenden Verbreitung von KI-Technologien äußern viele Menschen in Deutschland Sorgen über eine zu starke Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen. 68 Prozent der Befragten halten Deutschland in Sachen Künstlicher Intelligenz für zu stark abhängig von den USA und China. 60 Prozent sprechen sich konkret für mehr Unabhängigkeit von US-amerikanischen Anbietern aus. Für knapp die Hälfte der Nutzenden ist das Herkunftsland eines KI-Systems ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der Programme.
Mehr als die Hälfte der Befragten fordert von der neuen Bundesregierung, den Ausbau einer eigenständigen KI-Wirtschaft in Deutschland aktiv voranzutreiben. Dies solle durch eine Lockerung regulatorischer Vorgaben und eine stärkere wirtschaftspolitische Fokussierung auf das Thema Künstliche Intelligenz erreicht werden. Der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Ralf Wintergerst, erklärte, dass noch nie zuvor eine neue Technologie so schnell verbreitet worden sei. Umso dringlicher sei es, digitale Abhängigkeiten zu vermeiden und die Voraussetzungen für eine souveräne deutsche sowie europäische KI-Industrie zu schaffen.
Bitkom fordert unter anderem Investitionen in Höhe von mindestens zehn Milliarden Euro aus dem Bundes-Sondervermögen, die in den kommenden fünf Jahren für den KI-Standort Deutschland bereitgestellt werden sollen. Darüber hinaus plädiert der Verband für den Ausbau von Rechenzentren, die Einführung von Informatik als Pflichtfach an Schulen und gezielte Weiterbildungsangebote für Beschäftigte. Auch müsse der europäische AI Act und die Datenschutz-Grundverordnung innovationsfreundlich ausgestaltet werden. Nur so könne Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen, ohne sich durch übermäßige Regulierung selbst zu behindern.
