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Deutsche Bank: Kupfer vor Verknappung – das sind die Top-Aktien

Die Deutsche Bank hebt ihre Kupferprognose für 2027 deutlich an und nennt sechs Bergbauwerte als Top-Picks.

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Deutsche Bank: Kupfer vor Verknappung – das sind die Top-Aktien

Der Bergbausektor hat im dritten Quartal und seit Jahresbeginn starke Leistungen gezeigt. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von einem stark steigenden Kupferpreis. In den vergangenen Wochen belasteten jedoch steigende Staatsanleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar die Märkte. Die Deutsche Bank weist in diesem Umfeld darauf hin, dass die makroökonomischen Risiken weiterhin hoch sind.

Trotz dieser Belastungen bleibt Analyst Liam Fitzpatrick von der Deutschen Bank optimistisch, was das Fundament des Kupfermarktes angeht. Er ist der Auffassung, dass die Fundamentaldaten für Kupfer robust sind. Der Markt könnte in den kommenden Quartalen sogar mit einer akuten Verknappung konfrontiert sein. Diese Einschätzung schlägt sich in angepassten Preisprognosen nieder.

Die Details

Konkret hat die Deutsche Bank ihre Preisprognosen für das Jahr 2027 angepasst. Der Kupferpreis wird von 12.500 US-Dollar pro Tonne auf 14.500 US-Dollar pro Tonne angehoben. Für Aluminium erhöht die Bank ihre Erwartung von 3.000 US-Dollar pro Tonne auf 3.050 US-Dollar pro Tonne. Beim Eisenerz geht die Prognose dagegen zurück: von 100 US-Dollar pro Tonne auf 98 US-Dollar pro Tonne.

Diese Preisanpassungen wirken sich direkt auf das Gewinnbild der Branche aus. Die schwachen Eisenerzpreise haben das Mark-to-Market-Gewinnrisiko für die großen Konzerne leicht negativ werden lassen. Die Kupferaktien verharren dagegen nach wie vor eindeutig im Aufwertungsmodus. Die Schätzungen der Deutschen Bank für das Spot-EBITDA 2027 liegen rund 20 Prozent über dem Konsens.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Bank ihre Top-Picks im Bergbausektor benannt. Zu ihnen gehören Anglo American, Teck Resources, Glencore, Freeport-McMoRan, First Quantum Minerals und die China Hongqiao Group. Damit deckt die Auswahl sowohl klassische Kupferproduzenten als auch breiter aufgestellte Rohstoffkonzerne ab.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank reiht sich in eine Serie von Prognoseanpassungen ein, über die aktien.news bereits berichtet hat. Bereits am 05.06.2026 berichtete aktien.news, dass Goldman Sachs seine Prognosen für den Kupferpreis nach oben revidiert hat. Als Hauptgrund nannte das Rohstoff-Team der US-Investmentbank einen deutlich angespannteren Markt außerhalb der USA – getrieben durch ein geringeres Minenangebot sowie zollbedingte Verschiebungen der globalen Handelsströme. Konkret erwartete Goldman Sachs für den Kupfermarkt außerhalb der USA ein Defizit von rund 640.000 Tonnen im Jahr 2026 und ein weiteres Defizit von rund 170.000 Tonnen im Jahr 2027.

Ebenfalls am 05.06.2026 berichtete aktien.news, dass Goldman Sachs zwei führende Kupferaktien als Top-Favoriten identifiziert hat. Die Bank begründete dies mit einer sich deutlich verschärfenden Angebotslage im globalen Kupfermarkt. Das weltweite Minenangebot wurde für die Jahre 2026 und 2027 um rund 350.000 Tonnen reduziert, was etwa 1,5 Prozent des globalen Minenangebots entspricht. Dieser Rückgang ist laut Goldman Sachs primär auf die langsamere Erholung der Minen Grasberg und Kamoa-Kakula zurückzuführen.

Am 09.07.2026 berichtete aktien.news über eine Prognose von Bernstein. Das Analysehaus erwartete für 2026 einen Durchschnittspreis von 12.419 US-Dollar pro Tonne, wobei für die zweite Jahreshälfte ein Niveau von 11.750 US-Dollar pro Tonne prognostiziert wurde. Damit lag Bernstein leicht unter dem Marktkonsens, der bei 12.515 US-Dollar pro Tonne angesiedelt war. Bemerkenswert war der langfristige Ausblick: Bis 2030 sollten die Kupferpreise im Durchschnitt 10.700 US-Dollar pro Tonne erreichen. Als Haupttreiber nannte Bernstein Angebotsdefizite, die gegen Ende des Jahrzehnts entstehen dürften.

Am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass Kupfer in London über 14.400 US-Dollar pro Tonne gehalten hat. Auslöser war ein Streikvotum in Chile: Die Belegschaft der Antofagasta-Mine Centinela hatte sich für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Damit geriet ein ohnehin schon angespanntes Marktumfeld unter zusätzlichen Druck, weil ein weiterer Versorgungsengpass drohte. Die Dreimonats-Futures stiegen um 0,2 Prozent auf 14.446 US-Dollar pro Tonne an der London Metal Exchange. Im September legte Kupfer rund 9 Prozent zu, nachdem es zuvor im Monat einen Rekordwert von 14.875 US-Dollar erreicht hatte.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt die Einschätzung der Deutschen Bank, wie stark die Gewinnperspektiven im Bergbausektor von der Preisentwicklung einzelner Rohstoffe abhängen. Kupfer und Eisenerz entwickeln sich derzeit in unterschiedliche Richtungen. Während die Kupferprognose deutlich angehoben wurde, musste die Eisenerzprognose leicht nach unten korrigiert werden. Diese Divergenz erklärt, warum die Deutsche Bank das Mark-to-Market-Gewinnrisiko der großen Konzerne durch die schwachen Eisenerzpreise leicht negativ werden sieht, während sie die Kupferaktien weiterhin im Aufwertungsmodus verortet.

Bemerkenswert ist die Differenz zwischen den Schätzungen der Deutschen Bank und dem Marktkonsens. Die Prognose für das Spot-EBITDA 2027 liegt rund 20 Prozent über dem Konsens. Das bedeutet: Die Deutsche Bank traut den Unternehmen der Branche deutlich höhere Gewinne zu, als der Durchschnitt der Analysten erwartet. Ob sich diese optimistischere Sicht durchsetzt, hängt maßgeblich davon ab, ob die von Fitzpatrick erwartete Verknappung tatsächlich eintritt.

Anleger sollten dabei die von der Deutschen Bank selbst benannten Risiken im Blick behalten. Steigende Staatsanleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar haben zuletzt die Märkte belastet. Die makroökonomischen Risiken bleiben nach Einschätzung der Bank hoch. Diese Faktoren können die Rohstoffpreise unabhängig von der Angebots- und Nachfragelage unter Druck setzen.

Ausblick

Die Deutsche Bank blickt auf die kommenden Quartale und erwartet für den Kupfermarkt möglicherweise eine akute Verknappung. Ihre angepassten Preisprognosen beziehen sich auf das Jahr 2027. Für Kupfer erwartet sie dann 14.500 US-Dollar pro Tonne, für Aluminium 3.050 US-Dollar pro Tonne und für Eisenerz 98 US-Dollar pro Tonne. Die Bewertung der Kupferaktien durch die Bank stützt sich auf die Schätzung des Spot-EBITDA 2027, das rund 20 Prozent über dem Konsens liegt.

Kurz erklärt

  • Mark-to-Market: Bewertung von Positionen zum aktuellen Marktpreis, wodurch sich Gewinne oder Verluste kurzfristig in der Bilanz niederschlagen können.
  • Spot-EBITDA: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, berechnet auf Basis aktueller Kassapreise statt langfristiger Annahmen.
  • Top-Picks: Die von einem Analysehaus am höchsten eingeschätzten Aktien innerhalb eines Sektors oder Themas.
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