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Deutsche Bahn, BASF und VW: Deutschlands Wirtschaft im Umbruch

Führungswechsel, Arbeitsmarktschwäche und industrieller Wandel prägen Deutschlands wirtschaftliche Lage inmitten globaler Finanzvolatilität.

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Deutsche Bahn, BASF und VW: Deutschlands Wirtschaft im Umbruch

Deutschlands Wirtschaft steht unter Druck: Während große Konzerne interne Umstrukturierungen vorantreiben, zeigt der Arbeitsmarkt kaum Dynamik. Geopolitische Spannungen und Fragen zur Unabhängigkeit der Notenbanken verschärfen das Bild zusätzlich. Für deutsche Privatanleger ergeben sich daraus sowohl Risiken als auch Chancen.

Bei der Deutschen Bahn (DB) sorgt ein überraschender Führungswechsel für Schlagzeilen. Finanzvorständin Karin Dohm soll nach nur drei Monaten im Amt wieder abgelöst werden – die Entscheidung liegt beim Aufsichtsrat und soll im März fallen. Dohm, die zuvor CFO bei Hornbach war, hatte ihren Posten erst Anfang Dezember angetreten. Laut Berichten soll sie durch Konflikte mit Politikern und Arbeitnehmervertretern angeeckt sein.

DB-Chefin Evelyn Palla soll die Initiative für den Schritt ergriffen haben. Beobachter werten dies als Zeichen ihres entschlossenen Führungsstils. Gleichzeitig gelang der DB zuletzt ein wichtiger Tarifabschluss mit der Lokführergewerkschaft GDL – erstmals seit 2018 ohne Streik. Der Vertrag läuft bis Ende 2027 und sieht eine Lohnerhöhung von fünf Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung von 700 Euro vor.

Besonders bedeutsam: Ab 2027 können die GDL-Tarife auch in Unternehmensbereichen angewendet werden, in denen die größere EVG-Gewerkschaft die Mehrheit hält – ein Novum im Umgang mit dem sogenannten Tarifeinheitsgesetz.

Volkswagen und BASF: Strategische Neuausrichtung

Volkswagen treibt die Verschlankung seines Portfolios voran. Für das Dieselmotorengeschäft Everllence, früher bekannt als MAN Energy Solutions, sollen Erstgebote bei rund 9,4 Milliarden US-Dollar gelegen haben – deutlich über den Analystenerwartungen von fünf bis sieben Milliarden Euro. Interessenten wie Brookfield, CVC, Blackstone und der japanische Hersteller Yanmar schätzen die Industrieanlagen als weniger anfällig für KI-Disruption. VW plant, einen Anteil von 30 bis 40 Prozent zu behalten.

Bei BASF zeigen sich trotz eines schwierigen Umfelds erste Stabilisierungszeichen. Das Management erhöht die Kostensenkungsziele und reduziert mittelfristige Investitionspläne. Analysten sehen das Unternehmen gut positioniert für eine zyklische Erholung, auch wenn der Jahresstart verhalten ausfallen dürfte.

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt ein Sorgenkind. Im Februar stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl um 1.000 auf 2,977 Millionen – die Quote verharrte bei 6,3 Prozent. Bundeskanzler Friedrich Merz hat höhere Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung angekündigt, doch die Maßnahmen greifen bislang kaum.

Inflation und Energiewende im Blick

Aus mehreren Bundesländern kommen Signale für eine niedrigere Inflation: In Nordrhein-Westfalen sank die Rate auf 1,8 Prozent, in Bayern auf 1,9 Prozent – beide unter dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Auf nationaler Ebene erwarten Ökonomen laut Reuters-Umfragen jedoch weiterhin eine harmonisierte Rate von 2,1 Prozent.

Europäische Entscheidungsträger arbeiten derweil an einer schnellen Ausweitung elektrischer Industriewärmetechnologien. Ziel ist es, die Abhängigkeit von volatilen Erdgaspreisen zu senken, die die Industrieproduktion zuletzt belastet haben. Elektrische Wärmepumpen könnten trotz höherer Stromkosten die Betriebskosten in Branchen wie der Lebensmittelindustrie senken.

Im europäischen Kontext meldete Delivery Hero für 2025 ein Wachstum des Bruttowarenvolumens (GMV) von 9 Prozent auf 49,2 Milliarden Euro – knapp unter der Analystenerwartung von 49,5 Milliarden Euro. CEO-Aussagen verwiesen auf Wachstumserfolge in Südkorea trotz eines herausfordernden Wettbewerbsumfelds.

Notenbanken unter politischem Druck

Zentral­banker in Europa geraten zunehmend unter politischen Druck. Populistische Kräfte fordern niedrigere Zinsen zur Finanzierung hoher Staatsschulden. Der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau trat vorzeitig zurück, um möglichem Einfluss durch rechtsextreme Nachfolger zuvorzukommen. Experten warnen: Wer die Inflationsbekämpfung dem billigen Kredit opfert, riskiert einen dauerhaften Vertrauensverlust – wie das Beispiel der Türkei zeigt.

Am Devisenmarkt verliert der Euro gegenüber dem US-Dollar an Boden. Die EZB hält die Zinsen stabil, während die US-Notenbank Fed Offenheit für weitere Zinserhöhungen signalisiert. Norwegens Staatsfonds NBIM erzielte 2025 einen Jahresgewinn von rund 248 Milliarden US-Dollar – eine Rendite von 15,1 Prozent, getrieben vor allem von US-Technologie- und Finanzwerten.

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