Berkshire Hathaway: Gewinneinbruch im letzten Quartal unter Buffett
Greg Abel übernimmt das Ruder bei Berkshire Hathaway – mit einem schwachen Abschlussquartal als Erbe.

Berkshire Hathaway hat für das vierte Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang gemeldet. Der Nettogewinn sank auf 19,2 Milliarden US-Dollar, nach 19,69 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Hauptverantwortlich waren Schwächen im Versicherungsgeschäft sowie Wertminderungen bei Beteiligungen.
Besonders auffällig war der Einbruch beim operativen Gewinn: Er fiel um fast 30 Prozent auf 10,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 14,53 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 summierte sich der operative Gewinn auf 44,49 Milliarden US-Dollar – nach 47,44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Der Jahresnettogewinn lag bei 66,97 Milliarden US-Dollar, gegenüber 89 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Versicherungsgeschäft belastet Ergebnis
Das Versicherungssegment war der größte Belastungsfaktor. Die Gewinne aus der Versicherungsunterzeichnung halbierten sich nahezu und brachen um 54 Prozent auf 1,56 Milliarden US-Dollar ein – im Vorjahresquartal waren es noch 3,41 Milliarden US-Dollar. Auch die Anlageerträge aus dem Versicherungsgeschäft gaben um rund 25 Prozent auf 3,07 Milliarden US-Dollar nach.
Zusätzlich musste Berkshire im vierten Quartal Wertminderungen in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar auf seine Beteiligungen an Kraft Heinz und Occidental Petroleum verbuchen. Dem gegenüber standen Anlagegewinne von 13,5 Milliarden US-Dollar im Quartal.
Ära Abel beginnt – mit enormem Kapitalpolster
Das vierte Quartal markiert das letzte unter Warren Buffett als CEO. Der 94-Jährige hatte im Mai angekündigt, zum Jahresende zurückzutreten. Greg Abel, langjähriger Leiter von Berkshires operativem Geschäft, übernahm die CEO-Position zu Beginn des Jahres 2026. Buffett bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten.
Abel veröffentlichte am Wochenende seinen ersten Aktionärsbrief und bekräftigte darin die von Buffett geprägte Kultur der finanziellen Stärke und Kapitaldisziplin. Berkshire beendete das Jahr 2025 mit einem Barbestand von rund 373 Milliarden US-Dollar in Cash und kurzfristigen Staatsanleihen – ein gewaltiges Kapitalpolster für mögliche Großakquisitionen.
Im vierten Quartal verzichtete Berkshire erneut auf Aktienrückkäufe, bereits zum sechsten Mal in Folge. Die Berkshire-B-Aktie legte 2025 um 10 Prozent zu und blieb damit hinter dem S&P 500 zurück, der im gleichen Zeitraum 16,4 Prozent gewann. Langfristig bleibt Berkshire jedoch ein Ausnahmefall: Seit 1965 erzielte das Unternehmen eine jährliche Gesamtrendite von 19,7 Prozent – fast doppelt so viel wie der S&P 500.
