So senken US-Unternehmen ihre Zollkosten um Milliarden
Clevere Bewertungsstrategien helfen amerikanischen Importeuren, Trumps neue Zölle legal zu reduzieren.

Amerikanische Unternehmen und ihre Rechtsberater haben eine bewährte Strategie entdeckt, um die finanziellen Folgen der Trump-Zölle erheblich abzumildern. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduzierung des deklarierten Warenwerts bei Einfuhren in die USA. Diese Methode ist legal und wird von spezialisierten Zollanwälten zunehmend empfohlen.
Das Prinzip ist simpel: Importeure können zwar dem Zollsatz selbst nicht entgehen, wohl aber die Bemessungsgrundlage senken. Wenn ein Unternehmen den angegebenen Warenwert reduziert, fällt auch die absolute Zollzahlung geringer aus – selbst bei einem unveränderten Prozentsatz. Das verschafft Spielraum in Millionen- oder sogar Milliardenhöhe.
Trumps globaler Zollsatz als Auslöser
Auslöser für die verstärkte Nutzung dieser Strategie ist der globale Zollsatz von 15 Prozent, den Präsident Trump nach einem jüngsten Urteil des US-Supreme Court angekündigt hat. Dieser Satz trifft Importe aus aller Welt und betrifft damit auch zahlreiche Lieferketten, die für den deutschen und europäischen Markt relevant sind. Für viele Unternehmen summieren sich die Mehrkosten schnell auf neunstellige Beträge.
Die Strategie der Warenwertoptimierung ist in der Zollrechtspraxis seit Langem bekannt, erlebt aber angesichts der neuen Handelspolitik eine Renaissance. Juristen und Zollberater berichten von stark gestiegenem Beratungsbedarf seitens großer Konzerne. Dabei geht es nicht um Steuerhinterziehung, sondern um die korrekte und möglichst günstige Auslegung bestehender Bewertungsregeln.
Für deutsche Unternehmen mit US-Geschäft oder Tochtergesellschaften in Amerika sind diese Entwicklungen ebenfalls relevant. Wer Waren in die USA exportiert oder dort produziert und importiert, sollte die eigenen Zollstrategien überprüfen. Experten raten, frühzeitig spezialisierte Zollanwälte hinzuzuziehen, um legale Optimierungspotenziale zu identifizieren.
