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DAX startet freundlich durch: Tech-Rally hievt Nasdaq auf Rekordhoch

Der deutsche Leitindex dürfte fester eröffnen, getragen von einer Tech-Rally an der Wall Street und in Asien.

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DAX startet freundlich durch: Tech-Rally hievt Nasdaq auf Rekordhoch

Der DAX dürfte am heutigen Handelstag mit einem Plus in den Handel starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Beginn 0,3 Prozent fester auf 25.323 Punkte. Damit würde der Leitindex an den kleinen Gewinn vom Vortag anknüpfen: Gestern legte der DAX um 0,1 Prozent auf 25.254 Punkte zu – kaum Bewegung, aber ein leichtes Plus.

Der Rückenwind kommt aus den USA und aus Asien. An der Wall Street gaben die großen US-Technologiewerte den Ton an: Nvidia gewann rund zwei Prozent, Meta Platforms, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Tesla legten zwischen 1,3 und rund zwei Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq kletterte um 1,1 Prozent auf 27.477 Punkte und markierte damit ein neues Rekordhoch. Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com, bringt es auf den Punkt: "Die Rally am Markt wurde einmal mehr von der Technologie angeführt."

Doch die Zuversicht ist nicht ungetrübt. Hohe US-Anleiherenditen bleiben eine Belastung für die Märkte, und der Euro steht unter Druck. Timo Emden, Chefmarktanalyst bei CapTrader, beschreibt die Lage so: "Die Stimmung der Anleger bleibt wankelmütig wie eine Wetterfahne." Anleger suchen derzeit einen Navigationspunkt zwischen Inflationssorgen, Geldpolitik und der Politik in der Eurozone.

Die Details

An der Wall Street fielen die Gewinne unterschiedlich aus. Der S&P 500 legte um 0,7 Prozent auf 7.773 Zähler zu, der Dow-Jones-Index stand bei 51.267 Punkten. Getragen wurde die Rally vor allem von den Schwergewichten aus dem Technologiesektor, allen voran Nvidia mit einem Plus von rund zwei Prozent.

In Asien sorgte die Tech-Rally ebenfalls für gute Stimmung. Der japanische Nikkei-Index legte um 0,7 Prozent zu. Die Börse in Schanghai blieb feiertagsbedingt geschlossen. In Europa richtet sich der Blick auf den DAX, den IG mit 25.323 Punkten taxiert.

Deutlich unruhiger ist es an den Anleihemärkten. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt bei 5,328 Prozent und damit nahe einem Mehrjahrzehnthoch. In Frankreich notierte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe unter dem Höchststand vom Freitag von 4,993 Prozent – doch die Prämie, die Frankreich gegenüber deutschen Bundesanleihen zahlen muss, sprang am Freitag über 150 Basispunkte. Hintergrund sind die steigende Verschuldung des Landes und eine politische Blockade vor den Präsidentschaftswahlen 2027. Treibende Sorgen sind laut Marktbeobachtern auch die US-Schuldenlast, umfangreiche Anleiheemissionen und die Energiekosten.

Der Euro geriet unterdessen zeitweise deutlich unter Druck und fiel zwischenzeitlich um 0,8 Prozent auf 1,1162 Dollar. Im vergangenen Monat summierte sich das Minus auf etwa 2,5 Prozent. Kathleen Brooks, Analystin beim Broker XTB, stellt den Zusammenhang klar: "Und was wir an den Anleihemärkten sehen, wirkt sich auf den Euro aus."

Für Schlagzeilen sorgte zudem eine milliardenschwere Übernahme in der Technologiebranche. Schneider Electric kündigte die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte an: Für PTC zahlt der Konzern 22,6 Milliarden Dollar in bar, umgerechnet 20,1 Milliarden Euro. Die PTC-Aktien schossen nach dem Kaufangebot um gut ein Drittel nach oben. Die Schneider-Electric-Aktie verlor in Paris dagegen rund zehn Prozent. Die Übernahme schaffe ein führendes Software- und KI-Unternehmen, so Olivier Blum.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 07.07.2026 berichtete aktien.news, dass der DAX nach drei Rekordtagen in Folge vor einem leichten Rücksetzer stand. IG taxierte den Leitindex damals rund 0,3 Prozent tiefer auf 25.745 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte der DAX noch kräftig zugelegt und war mit starken Konjunkturdaten in der Spitze um 0,5 Prozent auf 25.900,10 Punkte gestiegen – ein neues Allzeithoch.

Am 21.07.2026 meldete aktien.news steigende US-Aktienfutures, weil sich Anleger im Vorfeld der Quartalsergebnisse großer Technologieunternehmen auf eine Erholung des Tech-Sektors einstellten. Die Marktstimmung profitierte dabei von der Aussicht auf starke Unternehmensgewinne und von geopolitischen Entspannungssignalen.

Schon am 30.06.2026 hatte aktien.news über deutliche Gewinne an der Wall Street berichtet. Auslöser war eine überraschende diplomatische Annäherung zwischen Washington und Teheran, die die Risikobereitschaft der Anleger erhöhte. Der Dow Jones legte damals zu Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 52.064,43 Punkte zu, der S&P 500 stieg um 0,7 Prozent auf 7.403,95 Punkte, der Nasdaq Composite gewann 1,2 Prozent auf 25.600,70 Punkte.

Am 29.09.2026 stand die Tech-Branche im Zeichen von Nvidia und Meta Platforms. Nvidia stellte einen umfangreichen Aktienrückkaufplan vor, Meta baute ein auf den Verkauf von KI-Tools spezialisiertes Geschäft aus. Insgesamt lagen die Tech-Aktien im Minus, doch Nvidia widersetzte sich dem Trend – dank des Aktienrückkaufs.

Was das für Anleger bedeutet

Der heutige Handelstag zeigt exemplarisch, wie stark die Aktienmärkte derzeit an zwei Fäden hängen: der Zinsentwicklung an den Anleihemärkten und der Gewinndynamik der Technologiekonzerne. Steigt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nahe einem Mehrjahrzehnthoch, wird die Anleihe für viele Investoren zur Alternative zur Aktie. Gleichzeitig stützt die Aussicht auf außerordentliches Gewinnwachstum der KI-Unternehmen die Bewertungen im Tech-Sektor.

Für Anleger mit Europa- und DAX-Fokus lohnt der Blick auf zwei Schauplätze. Erstens auf die Zinsdifferenz zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen: Springt diese Prämie über 150 Basispunkte, signalisiert das wachsende Risikoaversion gegenüber französischen Schuldtiteln – ein Thema, das über den französischen Markt hinaus auf die Stimmung in der Eurozone ausstrahlt. Zweitens auf den Euro: Ein schwächerer Euro kann Exportunternehmen begünstigen, verteuert aber Importe. Der Euro gab zuletzt zeitweise um 0,8 Prozent auf 1,1162 Dollar nach und verlor im vergangenen Monat etwa 2,5 Prozent.

Auch die Nachricht vom Zinsmarkt ist differenziert zu lesen: Schwächere US-Arbeitsmarktdaten dämpften die Erwartung einer Zinserhöhung in diesem Monat. Genau diese nachlassende Zinsunsicherheit und die Entspannung geopolitischer Risiken stützen derzeit die Tech-Werte. Eine Garantie für anhaltende Kursgewinne ist das nicht – die IG-Prognose von 25.323 Punkten für den DAX bleibt eine Momentaufnahme vor Handelsbeginn.

Ausblick

Kursbewegende Themen bleiben die Inflationssorgen, die Geldpolitik der US-Notenbank und die Politik in der Eurozone. In Frankreich steht der Haushaltsentwurf für 2027 mit umstrittenen Ausgabenkürzungen im Raum; ob das Land sein Defizit vor den Präsidentschaftswahlen 2027 in den Griff bekommt, wird an den Märkten skeptisch gesehen. Anleger dürften zudem weiter auf die Zinserwartungen für die kommenden Sitzungen der US-Notenbank und auf die Gewinnentwicklung der großen Technologiekonzerne schauen. Beide Faktoren entscheiden darüber, ob die aktuelle Tech-Rally Bestand hat.

Kurz erklärt

  • Basispunkt: Ein Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozentpunkts und dient der Messung kleiner Zinsunterschiede zwischen Anleihen.
  • Anleiherendite: Sie beschreibt die Verzinsung, die ein Anleger mit einer Anleihe beim aktuellen Kurs erzielt, und steigt, wenn die Kurse fallen.
  • Aktienrückkauf: Kauft ein Unternehmen eigene Anteile zurück, sinkt die Zahl der ausstehenden Aktien, was den Gewinn je Aktie rechnerisch erhöht.
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