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DAX beendet starke Woche mit kleinem Dämpfer – Ölpreis und Tech-Zahlen belasten

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DAX beendet starke Woche mit kleinem Dämpfer – Ölpreis und Tech-Zahlen belasten

Der deutsche Leitindex DAX hat am Freitag nach vier Gewinntagen in Folge wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Mit einem Minus von 0,85 Prozent schloss der Index bei 25.818 Punkten. Am Vortag hatte er noch mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 26.039 Zählern geschlossen. Trotz des Rücksetzers bleibt die Bilanz der Woche positiv: Ein Anstieg von rund 2,5 Prozent steht zu Buche. Unterstützung kam von der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Vortag die Leitzinsen unverändert ließ. Auch die US-Notenbank verzichtete in dieser Woche auf Zinserhöhungen. Der MDAX für mittelgroße Unternehmen gab um 1,06 Prozent nach und beendete den Handel bei 30.472 Punkten.

„Der DAX hat gestern die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten durchbrochen. Doch zum Wochenausklang wird die Luft für die Käufer dünner“, erklärt Salah-Eddine Bouhmidi, Marktexperte bei IG. „Schwache Reaktionen auf US-Technologiezahlen und geopolitische Unsicherheiten könnten den jüngsten Aufwärtsimpuls zunächst ausbremsen.“

Die Ölpreise kletterten unterdessen auf den höchsten Stand seit April. Grund sind wachsende Sorgen über einen möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran. Schon seit Längerem wird über neue Angriffe der USA und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen am kommenden Dienstag spekuliert. „Die anhaltenden Militäreinsätze rund um die Straße von Hormus halten die Ölpreise hoch“, sagt Energie-Analyst Saul Kavonic von MST Marquee. Zudem gebe es Zweifel an einer diplomatischen Lösung, vielmehr werde in den kommenden Wochen mit einer Eskalation des Konflikts gerechnet.

Die weiter hohen Preise für Öl und Gas relativieren auch den Rückgang der Verbraucherpreise in Deutschland im Oktober auf 2,8 Prozent – von 3,3 Prozent im September. Volkswirte hatten mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent gerechnet. „Dass die Inflation unter die Marke von 3 Prozent fällt, liegt vor allem am Tankrabatt“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh.

Im Milliarden-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat hat Bayer erstmals seit einer wichtigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA einen Fall gewonnen. Eine Jury in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri wies am Donnerstag (Ortszeit) die Klagen von drei Frauen einstimmig ab, die ihre Krebserkrankungen auf das Glyphosat-Produkt Roundup zurückgeführt hatten. Der Ausgang des Prozesses gibt einen ersten Hinweis auf die weiteren Aussichten von Roundup-Klagen, nachdem ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zugunsten von Bayer die Rechtsansprüche der Kläger eingeschränkt hatte.

Ein weiterer Belastungsfaktor waren schwach aufgenommene Zahlen der beiden US-Tech-Riesen Intel und Amazon vom Vorabend. Diese hatten bereits die asiatischen Märkte belastet. Vor allem die hohen Investitionssummen in die neue KI-Technologie werden an der Börse zunehmend kritischer gesehen. Amazon-Aktien gerieten genauso unter Druck wie zuvor schon die Papiere der Google-Mutter Alphabet und des Facebook-Betreibers Meta. Beim Chipkonzern Intel enttäuschte vor allem die Prognose, die Aktie brach an der US-Technologiebörse Nasdaq um über 28 Prozent ein. Die Investoren treibt die Frage um, wie die gigantischen Investitionen jemals verdient werden können. „Das operative Geschäft erwirtschaftet reichlich Geld, aber die Investitionen verschlingen es komplett“, sagte Portfoliomanager Dave Wagner vom Vermögensverwalter Aptus.

Die schwachen Vorgaben vor allem aus dem Tech-Sektor lasten auch auf der Wall Street. Alle großen Aktienindizes stehen am Mittag Ortszeit klar im Minus. Vor allem die Technologiebörse Nasdaq verliert deutlich über 2,5 Prozent. Auch gute Zahlen der Ölriesen Chevron und Exxon helfen nicht. Laut den Experten der DZ Bank kann sich die bisherige Berichtssaison eigentlich „sehen lassen“, doch im US-Technologiesektor falle sie gerade unter den „Magnificent 7“ weniger überzeugend aus. „Gute Ergebnisse allein reichen nicht mehr aus“, hieß es in einem wöchentlichen Strategiepapier der Bank. Häufig machen derzeit neben KI-Investitionen auch Cashflow-Entwicklungen den Unterschied.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

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