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DAX erholt sich dank Ölpreis-Entspannung – Mercedes und Boeing unter Druck

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DAX erholt sich dank Ölpreis-Entspannung – Mercedes und Boeing unter Druck

Der deutsche Leitindex DAX hat am Dienstag seine Erholung fortgesetzt und die Verluste der Vorwoche fast vollständig aufgeholt. Im Tagesverlauf wurde der Index immer stärker und schloss 0,7 Prozent höher bei 25.590 Punkten. Bereits am Montag hatte er um 0,9 Prozent zugelegt. Die Entspannung an den Ölmärkten trug maßgeblich zur guten Stimmung bei.

Die Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt zeigen Wirkung. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten am Montag in Teheran Gespräche mit iranischen Vertretern geführt und vereinbart, die Gespräche fortzusetzen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich bis zum frühen Abend um ein halbes Prozent auf 109,60 Dollar pro Barrel. Diese Entwicklung nimmt etwas Druck von den Energiekosten und stützt die Aktienmärkte.

An der Wall Street herrschte ebenfalls ein positiver Grundton. Die Nasdaq erholte sich im frühen Handel leicht, während der Dow Jones kaum vom Fleck kam. Die Sorgen um den KI-Boom haben zuletzt nachgelassen, nachdem weitere Milliardeninvestitionen in diesem Sektor bekannt wurden.

Marktanalyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG warnt jedoch vor einer entscheidenden Woche: „Die Finanzmärkte stehen vor einer Woche, die wichtige Weichen für die nächsten Kursbewegungen stellen könnte. Mit den Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft am Mittwoch sowie Amazon am Donnerstag erreicht die Berichtssaison einen Höhepunkt.“

Neben der Berichtssaison rückt die Geldpolitik in den Fokus. Die US-Notenbank Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan treffen sich zu wichtigen Sitzungen. „Damit treffen innerhalb weniger Tage Unternehmenszahlen auf neue Signale zum künftigen Zinskurs. Diese Kombination hat das Potenzial, die Risikobereitschaft der Anleger deutlich zu verändern“, so Bouhmidi weiter.

Im frühen US-Handel rutschte die Aktie von Boeing um rund neun Prozent ab. Der US-Flugzeugbauer kommt nicht so schnell aus der Krise wie erhofft. Der Verlust im abgelaufenen Quartal war höher als erwartet, zudem verzögert sich der Hochlauf der Produktion des Verkaufsschlagers Boeing 737.

Schwächster DAX-Titel war Mercedes-Benz. Der Autobauer stutzte wegen der Krise in China und hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr. Der Konzern erwartet jetzt nur noch eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent, nach bislang drei bis fünf Prozent. Neben dem herausfordernden China-Umfeld erwartet Mercedes höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Mit dem heutigen Tagesverlust nähert sich die Aktie dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.

Besser kamen die Zahlen von Porsche an. Der Sportwagen- und SUV-Bauer verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent auf 8,05 Milliarden Euro, lag damit aber etwas besser als erwartet. Operativ verdiente das MDAX-Unternehmen mit 387 Millionen Euro wieder Geld, nachdem im Vorjahr Sonderkosten das Ergebnis auf minus 966 Millionen Euro gedrückt hatten. Der Sanierungsplan von Porsche-Chef Michael Leiters, der auf eine Verkleinerung und den Rückzug aus China abzielt, scheint erste Erfolge zu zeigen.

Die Beiersdorf-Aktie konnte von den aktuellen Quartalszahlen nicht profitieren. Der Konsumgüterkonzern meldete einen leichten Umsatzrückgang im dritten Quartal. Das Management konnte den Abwärtstrend der Kernmarke Nivea zumindest bremsen. Ein Marktteilnehmer wertete jedoch das Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung. „Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert“, sagte Konzernchef Vincent Warnery. Der im Sommer gesenkte Jahresausblick wurde bestätigt.

Bei der Deutschen Börse können Anleger seit heute rund um die Uhr die 40 Aktien der DAX-Konzerne handeln. Die Deutsche Börse habe über ihre Beteiligung 360X ein Modell eingeführt, das es Kunden ermögliche, mit den wichtigsten deutschen Börsenwerten auch außerhalb der regulären Börsenzeiten Geschäfte zu machen. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer rund um die Uhr verfügbaren europäischen Marktinfrastruktur“, teilte die Deutsche Börse mit.

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