ConocoPhillips kündigt Sparprogramm von 1 Milliarde Dollar an
US-Ölriese verfehlt Gewinnerwartungen und reagiert mit drastischen Kostensenkungen bis 2026.

ConocoPhillips, der größte unabhängige Öl- und Gasproduzent der USA, hat ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Bis 2026 will das Unternehmen die Kapital- und Betriebskosten um eine Milliarde Dollar senken. Die Ankündigung erfolgte, nachdem der Konzern die Gewinnerwartungen der Wall Street für das vierte Quartal verfehlt hatte.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag im Schlussquartal 2024 bei 1,02 Dollar und damit deutlich unter der Analystenerwartung von 1,11 Dollar. Hauptgrund für die Verfehlung waren schwächere Rohölpreise. Der durchschnittlich realisierte Preis pro Barrel Öläquivalent sank im Quartal um 19 Prozent auf 42,46 Dollar.
CEO Ryan Lance betonte, dass die Kostensenkungsinitiative auf den bereits realisierten Synergien aus der Marathon Oil-Übernahme aufbaue. Die 22,5 Milliarden Dollar schwere Akquisition hatte 2025 bereits Einsparungen von über einer Milliarde Dollar auf Jahresbasis gebracht. "Wir konzentrieren uns darauf, 2026 eine Senkung unserer Kapital- und Betriebskosten um eine Milliarde Dollar zu erreichen und gleichzeitig 45 Prozent unserer Barmittel aus dem operativen Geschäft an die Aktionäre zurückzuführen", erklärte Lance.
Branchenweiter Druck durch niedrige Ölpreise
Die gesamte Ölindustrie steht unter zunehmendem Kostendruck. Die Benchmark-Rohölsorte Brent notierte im vierten Quartal durchschnittlich bei 63,13 Dollar pro Barrel – ein Rückgang von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bedenken hinsichtlich eines Überangebots und möglicher Zölle überwogen die geopolitischen Risiken und belasteten die Preise.
Die Branche reagiert mit drastischen Maßnahmen: Unternehmen drosseln ihre Ausgaben, fahren Bohraktivitäten zurück und bauen Personal ab. ConocoPhillips hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den Personalbestand um 20 bis 25 Prozent zu reduzieren.
Portfolio-Optimierung schreitet voran
Trotz der Herausforderungen macht ConocoPhillips Fortschritte bei der Neuausrichtung seines Geschäfts. 2025 schloss das Unternehmen Anlagenverkäufe in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar ab. Das Veräußerungsziel von fünf Milliarden Dollar bis Ende 2026 liegt weiterhin im Plan.
Die Quartalsproduktion stieg um 6,3 Prozent auf 2,32 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Für 2026 prognostiziert das in Houston ansässige Unternehmen eine Fördermenge zwischen 2,33 und 2,36 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Die höheren Fördermengen und strengere Kostenkontrollen konnten den Preisrückgang allerdings nur teilweise ausgleichen.
