LeCun verlässt Meta für neue KI-Firma
Gründer von FAIR startet AMI-Venture mit Unterstützung von Meta und NYU

Ein bedeutender Wechsel in der Welt der künstlichen Intelligenz kündigt sich an, nachdem der renommierte Informatiker Yann LeCun seinen Abschied vom Technologiekonzern Meta Platforms zum Jahresende angekündigt hat. LeCun war über zwölf Jahre bei Meta tätig, zunächst als Gründer des Forschungsinstituts Facebook AI Research (FAIR) und später als Chief AI Scientist. In dieser Funktion wirkte er maßgeblich daran mit, dass Meta sich zu einem führenden Unternehmen im Bereich KI-Forschung und großen Sprachmodellen entwickelte. Sein spezieller Forschungsfokus auf neuronale Netzwerke, die Muster in Bildern ähnlich dem menschlichen visuellen System erkennen, gilt als Schlüsseltechnik moderner Bildverarbeitung und Generativer KI.
Die neue Unternehmung, die LeCun mit seinen Kolleginnen und Kollegen von FAIR sowie der New York University ins Leben ruft, soll unter dem Namen „Advanced Machine Intelligence“ (AMI) laufen. Ziel dieser Firma ist es, Forschungsarbeit jenseits der etablierten Anwendungen von KI zu leisten und langfristige Entwicklungen in der Intelligenzforschung voranzutreiben. Meta wird gleichzeitig Partner der neuen Firma und unterstützt die Initiative, was eine fortgesetzte enge Verbindung zwischen dem alten Arbeitgeber und LeCuns Zukunftsplänen signalisiert.
LeCun sagt, er sei stolz darauf, FAIR gegründet zu haben. Die Wirkung dieses Labors auf Meta, die KI-Disziplin und die weitere Welt bezeichnete er als spektakulär. In seiner Laufbahn wird LeCun zu den wegweisenden Persönlichkeiten gezählt, die zusammen mit anderen führenden Forschern wie Geoffrey Hinton und Yoshua Bengio als „Turing-Award-Gewinner“ der Deep-Learning-Ära gelten. Seine Forschungsarbeiten prägen heute vielfach Systeme zur Bilderkennung, zu Sprachmodellen und zur Generierung von Inhalten.
Meta-Geschäftsführer Mark Zuckerberg und Technischer Direktor Andrew Bosworth würdigten LeCun für den Aufbau der KI-Infrastruktur des Unternehmens, insbesondere für die Entwicklung der offenen Sprachmodelle wie „Llama“, die von der globalen Forschungscommunity breit genutzt werden. LeCuns Entscheidung, Meta zu verlassen und mit AMI eine eigenständige Firma zu gründen, könnte neue Impulse für die KI-Branche setzen – gerade in einem Umfeld, das sich rasch von reinen Anwendungslösungen hin zu grundlegender Grundlagenforschung wandelt.
Mit dem geplanten Schritt verändert sich nicht nur LeCuns beruflicher Weg, sondern auch das Verhältnis zwischen Forschung und Industrie in der KI. Indem eine bislang intern bei Meta angesiedelte Forschungseinheit in eine eigenständige Firma überführt wird, entsteht ein Modell, das Kooperation zwischen Konzern und Start-up sowie offene Partnerschaften mit akademischer Welt und Industrie verbindet. Der genaue Zeitpunkt des effektiven Wechsels wurde mit dem Jahresende angegeben, und weitere Details zur Struktur oder Finanzierung der neuen Firma will LeCun zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.
