Chinas Geburtenrate fällt auf historisches Tief
Trotz umfangreicher Fördermaßnahmen ist Chinas Geburtenrate 2025 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen. Die demografische Krise verschärft sich weiter und belastet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Chinas Geburtenrate ist im Jahr 2025 auf ein historisches Rekordtief von 5,6 Geburten pro 1.000 Einwohner gesunken. Im Vorjahr lag die Rate noch bei 6,4 Geburten. Dies markiert den niedrigsten Wert seit Beginn der statistischen Erfassung in den 1950er Jahren, wie Daten von Wind Information zeigen.
Dramatischer Rückgang der Geburtenzahlen
Insgesamt wurden 2025 nur noch 7,9 Millionen Babys geboren – ein deutlicher Rückgang gegenüber 9,5 Millionen im Vorjahr. Dieser Einbruch erfolgte trotz massiver staatlicher Anreizprogramme, mit denen Peking größere Familien fördern wollte. Die chinesische Regierung hatte bereits vor fast einem Jahrzehnt begonnen, die strenge Ein-Kind-Politik zu lockern, konnte den Abwärtstrend jedoch nicht stoppen.
Eine kurze Unterbrechung gab es lediglich 2024, als die Geburtenrate auf 6,77 pro 1.000 Einwohner stieg. Dieser temporäre Anstieg wurde hauptsächlich dem Jahr des Drachen zugeschrieben, das in der chinesischen Kultur als besonders glückverheißend für Geburten gilt. Der positive Effekt erwies sich jedoch als nicht nachhaltig.
Wirtschaftsdruck bremst Familienplanung
Experten führen die anhaltend niedrige Geburtenrate auf wachsenden wirtschaftlichen Druck und verschärften Wettbewerb am Arbeitsmarkt zurück. Junge Chinesen verschieben zunehmend Heirat und Familienplanung. Die staatlichen Fördermaßnahmen – darunter Barprämien, Steuervergünstigungen für Familien mit Kindern unter drei Jahren und eine Verlängerung des Mutterschutzes von 98 auf 158 Tage – zeigen bisher kaum Wirkung.
Alternde Gesellschaft belastet Wirtschaft
Die demografische Krise verschärft sich weiter: Der Anteil der über 60-Jährigen stieg 2025 auf 23 Prozent, vergangenes Jahr lag er noch bei 22 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte die Gesamtbevölkerung das vierte Jahr in Folge um 3,4 Millionen auf 1,405 Milliarden Menschen. Ökonomen warnen vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken durch eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung, die eine wachsende Zahl von Rentnern finanzieren muss.
Die Fruchtbarkeitsrate lag 2023 bei nur 1,0 Geburten pro Frau und damit deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 2,2. Das bereits überlastete Rentensystem steht unter zunehmendem Druck. Höhere Sozialversicherungsbeiträge könnten künftig das verfügbare Einkommen jüngerer Arbeitnehmer weiter schmälern und die Konsumkraft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zusätzlich schwächen.
