China bittet Frankreich um Vermittlung im EU-Konflikt
Handelsstreit um Zölle auf Elektroautos und Strafmaßnahmen auf europäische Produkte

China hat Frankreich offiziell dazu aufgefordert, eine Vermittlerrolle im Handelskonflikt zwischen China und der Europäischen Union zu übernehmen. Bei einem Treffen am Sonntag in Shanghai bat der chinesische Handelsminister Wang Wentao die französische Außenhandelsministerin Sophie Primas, sich aktiv für eine Lösung einzusetzen, die für beide Seiten tragbar ist. Das chinesische Handelsministerium berichtete, dass Wang die EU-Untersuchung zu chinesischen Elektrofahrzeugen als großes Hindernis für die Zusammenarbeit im Automobilsektor zwischen China und der EU bezeichnete.
Die EU hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung gegen Importe von in China hergestellten Elektrofahrzeugen eingeleitet, um mögliche Subventionen zu überprüfen. Kürzlich stimmte die Europäische Kommission für die Einführung von Zöllen auf diese Fahrzeuge, was in China als unfreundliche und wettbewerbsverzerrende Maßnahme wahrgenommen wird. Als Reaktion auf die EU-Entscheidung leitete China seinerseits Untersuchungen gegen europäische Produkte ein, darunter Schweinefleisch und Molkereierzeugnisse, und verhängte Antidumpingzölle auf den Import von Branntwein aus der EU.
Die französische Außenhandelsministerin Sophie Primas, die zurzeit in Shanghai weilt, bemüht sich, die verhängten chinesischen Strafzölle auf Cognac abzuwenden. Frankreich sieht die chinesischen Maßnahmen gegen die europäischen Exporte als politisch motiviert und ungerechtfertigt an. Die Regierung in Paris hat die Entscheidung Chinas scharf kritisiert, wobei insbesondere betont wurde, dass diese Schritte den Handel erschweren und die diplomatischen Beziehungen zwischen der EU und China belasten.
Wang verteidigte die chinesischen Maßnahmen als konform mit den Vorschriften der Welthandelsorganisation (WTO) und betonte, dass die EU ihre Untersuchung gegen chinesische Elektrofahrzeuge aus Pekings Sicht voreilig eingeleitet habe. Er äußerte die Hoffnung, dass Frankreich durch eine aktive Rolle in den Verhandlungen einen Beitrag zur Deeskalation des Konflikts leisten könnte.
